Resistenzen
Studie offenbart grosse Wissenslücken beim Thema Antibiotika

Rund ein Drittel aller Schweizer und Schweizerinnen glaubt, dass Antibiotika auch gegen Viren helfen. Das stimmt aber nicht und erschwert den Kampf gegen resistente Bakterien.

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Werden unnötig Antibiotika eingenommen, kann das zu resistenten Bakterien führen. (Symbolbild)

Werden unnötig Antibiotika eingenommen, kann das zu resistenten Bakterien führen. (Symbolbild)

Keystone

(mg) Noch immer sinkt der Antibiotikaverbrauch in der Schweiz bei Menschen nicht wirklich. Wie ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des Bundes zeigt, bleibt der Verbrauch in der Humanmedizin gegenüber den Vorjahren ungefähr gleich. Derzeit laufen zahlreiche Bestrebungen den Verbrauch zu senken, dadurch verringert sich die Gefahr für resistente Bakterien.

Und diese sind weltweit ein Problem: Solch resistenten Bakterien können «nur noch schwer oder manchmal gar nicht mehr behandelt werden», wie es in der Mitteilung des Bundesamtes für Gesundheit heisst. Gleichzeitig wurde auch eine Studie bei der Schweizer Bevölkerung durchgeführt und die offenbart Wissenslücken: So glaubt knapp ein Drittel aller befragten Schweizer und Schweizerinnen, dass Antibiotika auch gegen Viren helfen.

Nur rund ein Drittel hält sich die Anweisungen

Ebenfalls zeigte sich in der Studie, dass «nur 38 Prozent der Befragten, die in den vergangenen 12 Monaten Antibiotika eingenommen haben, die Einnahme gemäss Anweisung beenden». Gleichzeitig beantworteten 86 Prozent aller Befragten die Frage, dass die unnötige Einnahme von Antibiotika deren Wirksamkeit verringert, korrekt.

Positiver fallen die Ergebnisse in der Landwirtschaft aus. «In der Veterinärmedizin ist der Antibiotikaverbrauch weiter rückläufig», heisst es in der Mitteilung. Gespalten fällt das Urteil bei den Daten zu den Resistenzen aus: Bei einigen Bakterien haben die Antibiotikaresistenzen deutlich zugenommen, während sie bei anderen stabil geblieben oder gesunken sind. Das alles führt zum Schluss, «dass die Eindämmung der Antibiotikaresistenzen weitere Anstrengungen braucht».