15 Prozent Unternehmenssteuer
Weltweite Revolution bei der Unternehmenssteuer – und die Schweiz sucht nach einer Umgehungslösung

Eine weltweite Mindeststeuer von 15 Prozent? Die Pläne für eine globale Steuerreform sorgen für Aufsehen. Auch der Bundesrat prüft Massnahmen, um die Attraktivität des Standorts Schweiz zu sichern.

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Eindrücklich ist nicht nur die Kulisse: Fast nirgends ist die Schweiz für Unternehmen steuerlich interessanter als in Zug.

Eindrücklich ist nicht nur die Kulisse: Fast nirgends ist die Schweiz für Unternehmen steuerlich interessanter als in Zug.

Keystone

Grosse Digitalkonzerne wie Apple oder Google sollen nach dem Willen der führenden Industrienationen künftig weltweit mindestens 15 Prozent Steuern zahlen. Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die Finanzminister der führenden Industrienationen (G7-Staaten) auf eine globale Steuerreform geeinigt. Zwar ist noch nichts materiell entschieden, aber der Durchbruch gilt als Basis für eine weitere Einigung der G20-Staaten.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom Freitag das geplante Vorgehen «zur Kenntnis genommen», wie das Finanzdepartement (EFD) in einer Mitteilung schreibt. Es sei davon auszugehen, dass die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bis Ende Jahr die Details erarbeiten werde.

Abhängig von der weiteren Entwicklung will die Schweiz reagieren. Das EFD prüfe mit den Kantonen, der Wissenschaft und der Wirtschaft Massnahmen, wie die Attraktivität des Schweizer Wirtschaftsstandorts gesichert werden könne, die aber international akzeptiert seien. Dem Bundesrat soll Anfang nächsten Jahres ein koordinierter Reformplan vorgelegt werden. (rwa/abi)