Statt Maskenpflicht nur Empfehlung: Am Flughafen Zürich wird ein alter BAG-Flyer verteilt

Wer am Flughafen Zürich ankommt, erhält veraltete Informationen über die Coronamassnahmen. Obwohl seit Juli eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr gilt, wird das im offiziellen Flyer des Bundes lediglich empfohlen.

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In der Fragestunde muss der Bundesrat dem Nationalrat Red und Antwort stehen.

In der Fragestunde muss der Bundesrat dem Nationalrat Red und Antwort stehen.

Keystone

(rwa) Bei der Einreise in die Schweiz werde noch ein Covid-19-Informationsblatt des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) verteilt, das zu Beginn der Grenzöffnungen vor über drei Monaten erstellt worden war, kritisierte der Hans-Peter Portmann (FDP/ZH) am Montag in der Fragestunde des Nationalrates. In dem Schreiben sei nur eine Maskenempfehlung im öffentlichen Verkehr vermerkt gewesen. Portmann ging der Sache nach. Auf Nachfrage hätten ihm die Fluggesellschaften versichert, das Versäumnis dem BAG gemeldet zu haben. Dieses habe geantwortet, im Mai zu viele solcher Informationsblätter gedruckt zu haben.

Dass Portmann Recht hat, zeigt die Antwort des Bundesrates. Darin heisst es: «Tatsächlich ist die Maskenpflicht, wie sie im öffentlichen Verkehr seit dem 6. Juli verlangt wird, in dem bisher am Flughafen verteilten Flyer noch nicht enthalten. Die aktualisierten Flyer sollen schnellstmöglich zur Verfügung gestellt werden.»

Grippeimpfung nicht gratis

Auch andere Aspekte der Coronakrise waren Thema in der Fragestunde. So erkundigte sich Philipp Bregy (CVP/VS), ob der Bundesrat in diesem Jahr die Kosten sämtlicher Grippeimpfungen übernehmen werde. Die Landesregierung verneinte das. Eine Kostenübernahme gelte auch dieses Jahr nur für Personen mit einem erhöhten Risiko. Wegen der erwartet erhöhten Nachfrage habe der Bund die Hersteller aufgefordert, mehr Impfdosen als üblich zur Verfügung zu stellen.

Zu reden gab in den letzten Tagen auch die Frage, ob Schulkinder wegen eines Schnupfens zu Haus bleiben müssen. Die Regeln sind dazu an den Schweizer Schulen unterschiedlich. Der Bundesrat versteht das Anliegen. Das BAG erarbeite gemeinsam mit Vertretern der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie bis Oktober neue Richtlinien, heisst es in einer Antwort auf eine Frage von Franziska Roth (SP/SO).