SRG setzt Rotstift an: 250 Vollzeitstellen werden abgebaut

Die Coronakrise hat der SRG stark zugesetzt. Das Medienunternehmen reagiert darauf mit einem 50-Millionen-Sparprogramm. Jede zwanzigste Vollzeitstelle wird abgebaut. Der Journalistenverband Impressum war nicht vorgängig informiert worden.

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Die SRG muss sparen. 250 Vollzeitstellen sollen wegfallen. Für Gilles Marchand, Generaldirektor der SRG SSR, wohl ein harter Schritt.

Die SRG muss sparen. 250 Vollzeitstellen sollen wegfallen. Für Gilles Marchand, Generaldirektor der SRG SSR, wohl ein harter Schritt.

Bild: Peter Schneider / Keystone

(dpo) Die SRG hat laut eigenen Angaben im ersten Halbjahr 65 Millionen Franken weniger Einnahmen generiert als im Vorjahr. Dies sei vor allem auf die Coronakrise zurückzuführen, teilte die SRG am Dienstag mit. Da die Situation auch künftig «herausfordernd» bleibt, will sie in den nächsten vier Jahren ein Sparpaket über 50 Millionen Franken umsetzten.

Im Zuge dessen rechnet die SRG mit einem Abbau von rund 250 Vollzeitstellen. Bei insgesamt 5500 Vollzeitstellen entspricht das einem Abbau von rund 4,5 Prozent. Die Reduktion will das Unternehmen hauptsächlich über natürliche Fluktuationen realisieren, allerdings seien Entlassungen «nicht zu vermeiden». Die SRG sehe deshalb Begleitmassnahmen im Bereich der beruflichen Umschulung und der freiwilligen Frühpensionierung vor.

Der Journalistenverband Impressum schreibt in einer ersten Reaktion, dass der zusätzliche Druck durch den Abbau beim Journalismus sich auf die Vielfalt der Information auswirken werde. Zudem ist der Verband im Rahmen des Sparprogramms laut eigenen Angaben bisher nicht von der SRG konsultiert worden. Impressum verlangt daher, in die Sozialplanverhandlungen miteinbezogen zu werden.

Gleichzeitig gab das Medienunternehmen bekannt, dass es seine digitale Transformation weiter fortführen werde. Mit der sogenannten Strategie «SRF 2024» möchte die Direktion unter Gilles Marchand vermehrt ein jüngeres Publikum erreichen. Dazu will das Unternehmen beispielsweise das Angebot auf den digitalen Kanälen YouTube und Instagram weiter ausbauen. Bereits im August hat SRF mitgeteilt, dass es die Sendungen «Eco», «Sportaktuell» und «Viva Volksmusik» absetzen werde.