Nathalie Wappler zum Abbau von 116 Stellen bei SRF: «Wir können nicht alles beibehalten»

Radio und Fernsehen SRF muss bis 2022 unter dem Strich 16 Millionen Franken sparen und will dabei 116 Stellen abbauen. Für Direktorin Nathalie Wappler geht dies nicht ohne Einschnitte. Auch beim Programm.

Drucken
Teilen
Direktorin Nathalie Wappler konkretisiert den Umbau von SRF. Als Folge kommt es unter dem Strich bei Radio und Fernsehen zu 116 Entlassungen.

Direktorin Nathalie Wappler konkretisiert den Umbau von SRF. Als Folge kommt es unter dem Strich bei Radio und Fernsehen zu 116 Entlassungen.

Keystone

(agl/sat) Die SRG will in den nächsten vier Jahren 50 Millionen Franken sparen und 250 Stellen abbauen. Das hat Gilles Marchand letzte Woche angekündigt. Am Dienstag nun konkretisierte SRF, was dies für das Radio und Fernsehen in der deutschen Schweiz bedeutet. Wie Direktorin Nathalie Wappler in einer Telefonkonferenz erklärte, muss SRF bis in zwei Jahren die Kosten um 16 Millionen senken.

Entsprechend sollen insgesamt 211 Vollzeitstellen abgebaut werden, die ersten 66 bereits im kommenden Januar. Gleichzeitig ist laut SRF die Schaffung von 95 neuen Stellen geplant. Entlassungen sollen so weit möglich durch Frühpensionierungen, natürliche Fluktuation oder Umschulungen vermieden werden, schreibt SRF in einer Mitteilung vom Dienstag. Dennoch müsse man aber mit insgesamt 120 Kündigungen rechnen.

«Alle Standorte in den Regionen bleiben erhalten», sagte Nathalie Wappler. Und die SRF-Direktorin erklärte: «Es ist derzeit kein weiterer Abbau geplant.» Denn mit den nun vorgestellten Massnahmen würden Radio und Fernsehen bereits die von der SRG vorgegebenen Ziele für 2024 erreichen. Klar sei jedoch auch: «Wir können nicht alles beibehalten», so Wappler. Um den technologischen Wandel nicht zu verpassen, müsse sich SRF transformieren. «Darum müssen wir jetzt überproportional sparen, um genug investieren zu können.» Konkret bedeutet dies, dass aufgrund des derzeitigen Budgets Einsparungen von 68 Millionen Franken beschlossen worden sind. Dem gegenüber stehen Investitionen von 52 Millionen. Damit bleibt unter dem Strich ein Abbau von 16 Millionen oder
3 Prozent.

Basel Tattoo und Zirkusfestival aus Programm gestrichen

Ab 2021 soll es dabei weitere Einschnitte im Programm geben. So sieht SRF im Sommer- und Feiertagsprogramm des Fernsehens künftig weniger Neuproduktionen vor. Das Basel Tattoo und das Zirkusfestival Monte Carlo etwa werden künftig nicht mehr übertragen. Zudem soll die Vorabendsendung «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» abgeschafft und durch ähnliche Formate ersetzt werden. Im Radio werden die Sendungen «Zwischenhalt», «Blickpunkt Religion» und «Morgengeschichte» abgeschafft. Bereits im August hatte SRF mitgeteilt, dass die Sendungen «Eco», «Sportaktuell» und «Viva Volksmusik» abgesetzt werden.

Weiter hat Nathalie Wappler aufgrund der anstehenden Änderungen beschlossen, die Leitung von SRF News neu zu besetzen. Die bisherige Leiterin, Sandra Manca, verlässt das Unternehmen laut Mitteilung auf eigenen Wunsch. Die Stelle werde neu ausgeschrieben.

Mehr zum Thema