«Prägende Figur der SP und der Schweiz ist tot»: Helmut Hubacher stirbt 94-jährig

Helmut Hubacher ist tot. Der langjährige Präsident der SP Schweiz hat den Kampf gegen seine Krankheit verloren. Der 94-Jährige hinterlässt seine Ehefrau Gret und drei Kinder.

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Der langjährige Präsident der SP Schweiz ist 94-jährig verstorben. (Archivbild)

Der langjährige Präsident der SP Schweiz ist 94-jährig verstorben. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi

(sat) «Die Schweiz hat einen grossartigen Politiker, Autoren und Redner verloren», würdigt die SP Schweiz Helmut Hubacher am Donnerstag in einer Mitteilung. Sie bezeichnet den 94-Jährigen, langjährigen ehemaligen SP-Präsidenten darin als «leidenschaftlichen Kritiker, der für seine Ideale durchs Feuer ging und keine Konfrontation scheute». Der Verstorbene galt als bodenständiger, beim Volk beliebter und nahbarer Politiker.

«Helmut Hubacher war eine der prägenden Figuren der Sozialdemokratie und der Schweizer Politik des 20. Jahrhunderts», würdigt der aktuelle SP-Präsident Christian Levrat seinen verstorbenen Vorgänger. «In seiner Rolle als Parteipräsident war Helmut Hubacher immer ein Vorbild für mich», wird Levrat weiter zitiert. «Seine klare Sprache, seine Leidenschaft und seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge einfach darzulegen, haben mich tief beeindruckt.»

«Eine schwere Krankheit hat mich zurückgeworfen»

Aber auch die politische Bilanz sei eindrücklich, schreibt die Partei in ihrer Mitteilung: 34 Jahre lang wirkte Helmut Hubacher im Nationalrat und wurde neun Mal wiedergewählt. «15 Jahre war er der Kopf der SP, die sich unter seinem Präsidium zu einer Linkspartei der neuen Mittelschichten entwickelte», schreibt die SP. Die soziale Frage sei dabei weiterhin im Mittelpunkt gestanden, «doch wurden neu auch Umwelt- und Frauenthemen breit diskutiert». 19 Jahre lang war der in Krauchthal bei Bern geborene und in Zollikofen aufgewachsene Hubacher zudem als Sekretär des Basler Gewerkschaftsbundes tätig. Er war ausgebildeter Stationsbeamter der SBB.

Danach blieb Helmut Hubacher als Autor mit spitzer Feder für die «Basler Zeitung» und später für die «Schweizer Illustrierte» und den «Blick» in der Öffentlichkeit präsent. Zuerst über den Tod berichtet hat am Donnerstag denn auch blick.ch mit Verweis auf den Sohn Hubachers. Jahrzehntelang wohnte der Politiker zusammen mit seiner Frau Gret und den drei Kindern in Basel und zuletzt im jurassischen Dörfchen Courtemaîche. Laut Informationen von CH Media ist er schliesslich auch im jurassischen Spital in Pruntrut bereits am Mittwoch seiner Krankheit erlegen.

Öffentliche Trauerfeier in Planung

Ende Juni hatte Helmut Hubacher seinen Abschied aus der Öffentlichkeit selber in einer Kolumne verkündet. Und zwar aus gesundheitlichen Gründen: «Eine schwere Krankheit hat mich zurückgeworfen. Sie zwingt mich, meine Kolumne aufzugeben», schrieb der 94-Jährige. Kurz darauf wandte sich Hubacher zudem in einem letzten Spendenbrief an seine Genossen: «Ich muss mich vom Dienst zurückziehen», schrieb er darin. Wegen einem «schweren gesundheitlichen Rückschlag» sei dies sein «letzter Versuch, für die SP noch einmal einen rechten Batzen zu sammeln». Und er schloss den traditionell auf seiner Schreibmaschine verfassten Spendenbrief mit einem letzten Aufruf: «Der Kampf geht weiter.»

Die SP Schweiz drückt in ihrer Mitteilung Gret Hubacher und der Familie ihr Beileid aus. Seine Ehefrau hatte Hubacher bei den Jungsozialisten in Basel kennengelernt. Die Beerdigung wird laut der Partei «im engen Familienkreis» stattfinden. Eine öffentliche Trauerfeier sei jedoch in Planung, schreibt die SP Schweiz.