Solidarität
Zivilgesellschaft fordert: Schweiz soll afghanische Flüchtlinge aufnehmen

Neue Resettlement-Plätze, erleichterte Visa-Erteilung und Familienzusammenführung: 13 zivilgesellschaftliche Organisationen fordern die Behörden auf, afghanische Flüchtlinge aufzunehmen.

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Viele Afghaninnen und Afghanen sind seit der Machtübernahme der Taliban auf der Flucht. Auch die Schweiz soll helfen, fordern 13 zivilgesellschaftliche Organisationen. (Symbolbild)

Viele Afghaninnen und Afghanen sind seit der Machtübernahme der Taliban auf der Flucht. Auch die Schweiz soll helfen, fordern 13 zivilgesellschaftliche Organisationen. (Symbolbild)

Keystone

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan bleibt die Lage vor Ort angespannt. Amnesty International Schweiz und 12 weitere zivilgesellschaftliche Organisationen wie Solidarité sans frontières oder die Schweizerische Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht fordern daher die Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen.

«Die Schweiz sollte nicht nur humanitäre Hilfe finanzieren. Sie muss auch unverzüglich eine grosse Zahl afghanischer Flüchtlinge aufnehmen, die Repressalien der Taliban ausgesetzt sind, und ihren Schutz gewährleisten», wird Alexandra Karle, Geschäftsleiterin von Amnesty International Schweiz, dazu in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert.

16 Städte wollen zusätzliche Geflüchtete aufnehmen

Konkret wird der Bundesrat aufgefordert, «unverzüglich» ein grosses Kontingent bedrohter Afghanen über sichere Fluchtwege aufzunehmen. Das soll geschehen, in dem neue Resettlement-Plätze geschaffen und die Visa-Erteilung sowie die Familienzusammenführung erleichtert werden. Zudem soll auf Abschiebungen nach Afghanistan verzichtet werden. Auch soll der Bundesrat die Rückführungsbeschlüsse nach Afghanistan überdenken und die Situation afghanischer Staatsangehöriger in der Schweiz regulieren, indem er ihnen zumindest eine vorübergehende Aufnahme gewährt.

Gemäss Amnesty seien 16 Schweizer Städte bereit, über die bestehenden Verpflichtungen hinaus zusätzliche Geflüchtete aufzunehmen. Sie haben sich zur «Allianz Städte und Gemeinden für die Aufnahme von Flüchtlingen» zusammengeschlossen. Dazu zählen etwa Baden, Basel, Delémont, Genf, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich. (abi)

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