Schweizer Politiker stehen hinter Kritik von Ignazio Cassis

Nachdem Aussenminister Ignazio Cassis öffentlich Kritik an China übte, fordern Schweizer Politiker, dass man die China-Strategie überdenken müsse. Kritik erntet Cassis hingegen von rechts.

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Laut Aussenminister Ignazio Cassis muss die Schweiz ihre Interessen gegenüber China «robuster» vertreten.

Laut Aussenminister Ignazio Cassis muss die Schweiz ihre Interessen gegenüber China «robuster» vertreten.

Keystone

(sku) In einem Interview mit dem «Sonntagsblick» äusserte Aussenminister Ignazio Cassis am Wochenende Kritik an Handelspartner China. Die Schweiz müsse ihre Interessen «robuster» vertreten, weil die Menschenrechtsverletzungen zunehmen würden, so Cassis. Eine solch öffentliche Kritik ist man sich vom Aussenminister nicht gewohnt. Dementsprechend warf das Interview hohe Wellen.

SP-Nationalrat Fabian Molina zeigt sich in einem Gespräch mit «Radio SRF» am Dienstag überrascht, aber auch erfreut über die Aussagen von Cassis: «Ich hoffe, dass diesen Worten nun Taten folgen und die Haltung im Bundesrat abgestützt ist.» Auch FDP-Ständerat Damian Müller befürwortet, dass Ignazio Cassis einen härteren Kurs einschlagen will: «China macht seit Jahren Druck auf den Westen. Jetzt müssen wir ihnen aufzeigen, wo der Handlungsspielraum aufhört.»

SVP-Nationalrat Franz Grütter hingegen zeigt sich wenig erfreut über die Kritik Cassis'. Grütter ist der Meinung, die Schweiz solle die guten Beziehungen zu China nicht aufs Spiel setzen. «Wir tun gut daran, kritische Punkte anzusprechen, aber wir sollen nicht Richter spielen», sagt er.