Schweiz lieferte 2019 deutlich mehr Kriegsmaterial aus

Die Exporte von Kriegsmaterial beliefen sich im vergangene Jahr auf 728 Millionen Franken. Das entspricht einem Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Gesuche hat zugenommen.

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Ein Arbeiter wartet einen Panzer in den Produktionshallen der Rüstungsfirma RUAG.

Ein Arbeiter wartet einen Panzer in den Produktionshallen der Rüstungsfirma RUAG.

Moritz Hager

(gb.) Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat am Dienstag die Zahlen zu den Kriegsmaterialexporten veröffentlicht. Die Branche verzeichnete einen deutlichen Anstieg an Ausfuhren: 2018 beliefen sich die Exporte auf 510 Millionen Franken, im vergangenen Jahr waren es Exporte im Umfang von 728 Millionen Franken. Das entspricht einem Anstieg von 43 Prozent.

Die Firmen lieferten an insgesamt 71 verschiedene Länder. Für den Anstieg sind laut dem Seco fünf grössere Geschäfte verantwortlich, welche alle im vergangenen Jahr vonstatten gingen. Zum Beispiel mit Dänemark: Das Land bezog Panzer im Wert von 150 Millionen Franken und war damit auch auf Platz eins der Abnehmerländer.

Kritik der GSoA

Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) kritisiert in einer Mitteilung den «massiven Anstieg der Exporte» scharf. Besonders stossend sei für die GSoA, dass in Länder wie Saudi-Arabien Waffen exportiert wurden, die sich in bewaffneten Konflikten befinden. In der Mitteilung sagte GSoA-Sekretär Lewin Lempert: «Die Schweiz muss endlich ihre Verantwortung wahrnehmen und Frieden fördern statt Waffen zu exportieren.»

Weitere grössere Geschäfte wurden mit Rumänien und Bangladesch abgeschlossen. Nach Rumänien lieferte die Schweiz ebenfalls Panzer und zwar für von 111 Millionen Franken. Bangladesch bestellte Flugabwehr und Munition in der Höhe von 55 Millionen Franken. Zu den Ländern mit grosser Nachfrage zählten 2019 auch Deutschland und die USA mit Lieferungen im Umfang von 68 Millionen Franken, respektive 38,5 Millionen.

Anteil an Warenexporten ist klein

Sämtliche Rüstungsexporte müssen in der Schweiz erst bewilligt werden. Das Seco meldet, dass im vergangenen Jahr 2450 Gesuche für Kriegsmaterialexporte eingegangen waren. Das sind rund 200 mehr als im Vorjahr. Von den eingegangenen Gesuchen hat das Seco 12 abgelehnt. Die bewilligten Gesuche hätten eine Auftragssumme von knapp drei Milliarden gehabt. Der Grund, weshalb der Wert der tatsächlichen Ausfuhr mit 728 deutlich tiefer liegt, sind laut Seco unter anderem zeitliche Verzögerungen bis die Waren geliefert werden könnte. Auch komme es vor, dass Kunden im Nachhinein die Finanzierung fehlt oder die Bestellung aus anderen Gründen aufgeschoben wird.

An der gesamten Warenexporten der Schweiz macht das Kriegsmaterial laut dem Seco 0,23 Prozent aus.