SChweiz-Deutschland
Ermittlungen offenbaren komplexen Sanierungsbetrug in Millionenhöhe

Schweizer und Deutsche Behörden haben in einer gemeinsamen Aktion mehrere Hausdurchsuchungen in beiden Ländern durchgeführt. Dabei geht es um mutmasslichen Betrug und Geldwäscherei.

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Die Bundesanwaltschaft vermutet, dass Kreditsuchende rund zehn Millionen Franken Schaden erlitten haben. (Symbolbild)

Die Bundesanwaltschaft vermutet, dass Kreditsuchende rund zehn Millionen Franken Schaden erlitten haben. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Die Bundesanwaltschaft (BA) hat am Mittwoch gemeinsam mit der Bundespolizei Fedpol, verschiedenen Kantonspolizeien und süddeutschen Behörden über 30 Hausdurchsuchungen in der Schweiz und in Deutschland durchgeführt. Dabei ging es um einen mutmasslichen Sanierungsbetrug in Millionenhöhe, wie die BA am Mittwoch schreibt.

Die koordinierte Aktion basiere auf Strafverfahren, die von Kantonen übernommenen wurden, über 250 Strafanzeigen und Verdachtsmeldungen sind bei der Meldestelle für Geldwäscherei eingegangen. Laut der BA soll das betrügerische Geschäftsmodell auf eine «sehr umfangreiche und komplexe Struktur» mit bis zu 90 Gesellschaften fussen. Diese haben gemäss BA ab 2015 bis heute Tausenden von Kreditsuchenden einen Vermögensschaden von rund zehn Millionen Franken zugefügt. Doch wie funktionierte dieser mutmassliche Betrug?

Personen mit finanziellen Schwierigkeiten im Visier

Vermittlungsgesellschaften sollen vor allem Personen, die unter finanziell schwierigen Verhältnissen litten und nach Kreditmöglichkeiten suchten, die Vermittlung einer «Finanzsanierung» in Aussicht gestellt haben. Dafür verlangten die Gesellschaften vorab eine Vermittlungsgebühr, heisst es.

Anschliessend wurden die Kreditsuchenden an eine Sanierungsgesellschaft vermittelt, die ebenfalls Sicherheitsleistungen und Ratenzahlungen im Voraus von ihnen verlangte. Der Haken dabei ist: Trotz der Vorschusszahlungen hätten die Gesellschaften weder die versprochenen Leistungen erbracht, noch Kredite vergeben.

Internationale Gruppierung verdächtigt

Nun hat die Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Betrug, Geldwäscherei und unlauteren Wettbewerb eröffnet, wie sie schreibt. Hinter dem gross angelegten Geflecht sollen eine oder mehrere international tätige Gruppierungen stecken. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Wie lange das Strafverfahren dauern wird, kann die BA zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Weitere Angaben zum Verfahren macht sie nicht.

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