Pro Natura fordert mehr Naturschutz in den regionalen Naturpärken

Die regionalen Naturpärke machen viel Werbung und wenig für die Natur, kritisiert Pro Natura und will, dass das Label nur noch an Regionen geht, die sich um den Erhalt ihrer Landschaft ernsthaft bemühen.

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Eröffnung des regionalen Naturparks Parc Ela mit dem damaligen Bundesrat Johann Schneider-Amman.

Eröffnung des regionalen Naturparks Parc Ela mit dem damaligen Bundesrat Johann Schneider-Amman.

Keystone

(wap) In den kommenden Monaten steht für viele regionale Naturpärke die Erneuerung ihres Labels an. Mit dem Label werden regionale Produkte und der Tourismus in den ausgezeichneten Regionen beworben. Eigentlich wäre damit auch ein besonderer Schutz für Natur und Landschaft verbunden. Doch die Schweizer Naturschutzorganisation Pro Natura kritisiert nun, dass die Umwelt in den Pärken keinen hohen Stellenwert geniesse.

«Eine auf den langfristigen Erhalt von Natur- und Landschaftswerten ausgerichtete Entwicklung fehlt in vielen Naturpark-Gemeinden» , erklärt Urs Tester, Abteilung Biotope und Arten bei Pro Natura in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Pro Natura fordert vom Bund nun, dass er bei der Vergabe der Labels genauer hinschaut. «Durch deren gezielte Förderung können die Naturpärke einen wichtigen Beitrag an die Biodiversitätsziele der Schweiz leisten», so Urs Tester.

Naturpärke gibt es in der Schweiz seit zehn Jahren. Mittlerweile haben 16 Regionen das Label erhalten, 13 Prozent der Landesfläche liegen in einem regionalen Naturpark. Gemäss der Pärke-Verordnung des Bundes muss als Gegenzug zur Labelvergabe in diesen Gebieten die Landschaft ökologisch aufgewertet und die nachhaltige Landwirtschaft gestärkt werden. Gemäss einer von Pro Natura in Auftrag gegebenen Umfrage wissen dies aber 40 Prozent der Bevölkerung nicht, und 86 der Einwohner der Pärke sind sich nicht bewusst, dass sie in einem Naturpark leben und wirtschaften.