Pandemie verunmöglichte vielen die Einreise: Ein Drittel weniger Asylgesuche als im Vorjahr

Aufgrund der Einreisebeschränkungen gab es seit Januar ein Drittel weniger Asylgesuche als im Vorjahr. Gleichzeitig konnten auch deutlich weniger Personen in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden.

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Wegen der Coronapandemie waren in den Asylunterkünften wohl einige Betten mehr unbesetzt als üblich.

Wegen der Coronapandemie waren in den Asylunterkünften wohl einige Betten mehr unbesetzt als üblich.

Keystone

(gb.) Im ersten Halbjahr stellten 4592 Menschen einen Asylantrag in der Schweiz. Wie das Staatssekretariats für Migration (SEM) am Montag mitteilte, entspricht dies einem Rückgang von 35,7 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. In den Monaten April bis Juni betrug der Rückgang sogar 60 Prozent.

Der Grund ist die Pandemie: Der Bund hatte zur Bekämpfung von Covid-19 Massnahmen wie Grenzkontrollen und Reiseverbote beschlossen. Dadurch nahm aber nicht nur die Zahl der Einreisen und Asylanträge ab, sondern auch die Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern. Wie das SEM schreibt, mussten von März bis Mai 614 Rückführungsflüge annulliert werden. Im Vergleich zur Vorjahresperiode, als 1575 Personen zurückgebracht wurden, konnten nur 452 Flüge stattfinden. Die Coronapandemie hat noch immer starke Auswirkungen auf die Rückführung von Asylbewerbern, hält das SEM fest.

Die eingereisten Asylbewerber stammten auch in den letzten Monaten hauptsächlich aus Eritrea. An zweiter Stelle kamen Gesuche von afghanischen Staatsbürgern, gefolgt von Algerien, Syrien und der Türkei.