Pandemie
Tessin: Durchseuchung bis im Frühling erwartet

Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani geht von einer Durchseuchung der Bevölkerung bis im Frühjahr aus. Im Südkanton fällt derzeit jeder zweite Test positiv aus.

Gerhard Lob
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Jeder zweite Test im Tessin ist positiv. Im Bild eine Warteschlange vor einem Testzentrum in Mendrisio.

Jeder zweite Test im Tessin ist positiv. Im Bild eine Warteschlange vor einem Testzentrum in Mendrisio.

Keystone

In Folge der exponentiellen Erhöhung von Infizierten, wie sie zurzeit festzustellen sei, «werden bis im Frühjahr alle Personen in Kontakt mit dem Virus gekommen sein», sagte der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani am Freitag vor den Medien in Bellinzona. Im Tessin werden momentan bis zu 5000 Personen täglich getestet, davon bis zu 50 Prozent positiv. Die Testkapazitäten wurden stark ausgebaut. Neu gibt es auch ein Drive-In.

«Die Ansteckung lässt sich wohl nicht vermeiden, aber wir können vermeiden, dass wir uns alle im selben Moment anstecken», so Merlani. Deshalb sei es wichtig, weiterhin Schutzmassnahmen zu befolgen. Das Tessin gehört zu den Kantonen der Schweiz, die von der aktuellen Omikron-Welle am stärksten betroffen ist. Viele Infizierte weisen keine Symptome oder milde Krankheitsverläufe auf. «Die Hospitalisierungen liegen relativ tief, steigen aber an», so Merlani. Omikron sei nicht einfach eine leichte Grippe. Wegen einer Grippe seien nie 15 Personen im Tessin auf den Intensivstationen gelegen. Deshalb sollte Omikron nicht unterschätzt werden.

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