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BAG-Experten: Intensivbetten sind in fünf Tagen voll

Der Anstieg der Coronafälle hat sich zwar leicht abgeschwächt. Für Entwarnung ist es aus Sicht der Experten des Bundes dennoch zu früh. Die Gesundheitsversorgung dürfte bald an ihre Kapazitätsgrenzen stossen.

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Für Gesundheitsexpertin Virginie Masserey ist es noch zu früh, um Entwarnung zu geben.

Für Gesundheitsexpertin Virginie Masserey ist es noch zu früh, um Entwarnung zu geben.

Keystone

(rwa) «Die Pandemie ist immer noch beunruhigend», erklärte Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag vor den Medien. Zwar hätte sich der Anstieg der Fallzahlen etwas verlangsamt. Gemäss Masserey lässt sich jedoch noch nicht sagen, ob die Massnahmen bereits Wirkung zeigten. Zumindest die Mobilitätsdaten würden darauf hinweisen, dass die Menschen sich weniger bewegten.

Sorgen bereiten Masserey die Spitaleinweisungen. Gegenüber letzter Woche hätte sich deren Zahl verdoppelt. Das liege an dem Verzug zwischen den Fall- und den Hospitalisationszahlen. Gehe dieses Wachstum weiter, seien die Intensivstationen in fünf Tagen voll, sagte die BAG-Expertin.

Auch Rudolf Hauri, Präsident der Kantonsärzte, sieht die Gesundheitsversorgung stark gefordert. «Wir alle müssen uns am Riemen nehmen, damit die Zahlen nachhaltig zurückgehen.» Ein milder Rückgang reiche nicht. Eine zentrale Rolle spielen aus Hauris Sicht weiterhin Isolation und Quarantäne. Mit Blick auf Druckversuchen aus verschiedenen Kreisen stellte der Zuger Kantonsarzt klar, dass die Quarantäne nicht aufgeweicht werden dürfte.

Hoffen auf Schnelltests

Keine Neuigkeiten hatten die Behördenvertreter an der Testfront zu vermelden. Es sei weiterhin das Ziel, möglichst alle positiven Fälle zu eruieren, betonte Masserey. Allerdings räumte sie ein, dass gewisse Kantone an ihre Kapazitätsgrenzen stiessen. Daniel Albrecht vom BAG ergänzte, dass die Situation bei den Laboratorien angespannt sei. Es sehe danach aus, als ob diese ihre Reserven aufbrauchen würden.

Der Bund hofft nun auf die Schnelltests, die in den nächsten Wochen in Apotheken und Testzentren verfügbar sein sollen. Die Kantone arbeiteten mit Hochdruck daran, dass die Tests flächendeckend eingesetzt werden könnten, sagte Albrecht. Überrascht zeigte sich BAG-Expertin Masserey davon, dass der Ärzteverband FMH empfiehlt, die Schnelltests nicht zu verwenden. Man stehe in Kontakt mit dem Verband, sagte sie.