Pandemie
Bundes-Experten erwarten alle zwei Wochen eine Verdoppelung der Fallzahlen

Das Infektionsgeschehen hat zuletzt wieder an Fahrt gewonnen. Die Corona-Experten des Bundes rechnen mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen. Es sei deshalb zu früh, die Massnahmen aufzuheben.

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Tanja Stadler, Taskforce-Leiterin, erwartet eine Verdoppelung der Fallzahlen alle 14 Tage.

Tanja Stadler, Taskforce-Leiterin, erwartet eine Verdoppelung der Fallzahlen alle 14 Tage.

Keystone

Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind seit Montag 1491 neue positive Coronatests gemeldet worden. Vor Wochenfrist meldete das BAG 1240 neue Ansteckungen. «Das epidemische Geschehen hat wieder an Fahrt aufgenommen», sagte Patrick Mathys vom BAG am Dienstag vor den Medien in Bern. Wie erwartet, hätten die Ansteckungszahlen in den vergangenen Wochen zugenommen, nachdem sie zuvor gesunken waren.

Das Infektionsgeschehen bleibe in der Zentral- und Ostschweiz am höchsten, so Mathys. Mit Blick auf die Spitaleintritte von Covid-Erkrankten sei nicht mehr von einer Abnahme die Rede, sondern von einer Plafonierung. «Die Belastung der Intensivstationen bleibt hoch», sagte Mathys. Dies, obwohl auf den Stationen eine leichte Abnahme festzustellen sei. Der Leiter der Sektion Krisenbewältigung beim BAG bezeichnete die aktuelle epidemische Situation als «ungünstig». Es sei deshalb zu früh, um die Massnahmen vollständig aufzuheben.

1,6 Millionen Personen sind nicht immun

Derzeit erwarten die Experten alle zwei Wochen eine Verdoppelung der Fallzahlen, wie Tanja Stadler, Chefin der wissenschaftlichen Taskforce, ausführte. Hinzu kommt, dass der Impffortschritt ins Stocken geraten sei. «Rund 1,6 Millionen Personen sind immer noch nicht gegen Sars-CoV-2 immun», so Stadler. Das könne langfristig unter den Ungeimpften zu weiteren 15'000 bis 30'000 Hospitalisierungen führen.

«Wir alle möchten so wenig Massnahmen wie möglich», sagte Stadler weiter. Wer keine Massnahmen und keine gleichzeitige Einbussen im Gesundheitswesen wolle, soll sich folglich für eine höhere Impfquote einsetzen. «Erst wenn in der Bevölkerung durch Impfung oder Infektion genug Immunität aufgebaut ist, werden wir die Pandemie hinter uns bringen», so die Taskforce-Leiterin. (dpo)

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