Opferhilfestellen führten weniger Beratungen durch – zahlten aber mehr Geld aus

Vergangenes Jahr holten sich über 40'000 Personen Hilfe in den kantonalen Fachstellen für Opfer von Gewalt- und Sexualdelikten. Die Zahl der Beratungen ging damit leicht zurück im Vergleich zum Vorjahr.

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Weit weniger Männer als Frauen nehmen Hilfe von Opferberatungen in Anspruch. (Symbolbild)

Weit weniger Männer als Frauen nehmen Hilfe von Opferberatungen in Anspruch. (Symbolbild)

Keystone

(gb.) Die kantonalen Opferhilfestellen führten vergangenes Jahr 40'576 Beratungen durch. Das sind 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugenommen hat hingegen die Summe an gesprochenen Gelder im Rahmen von Entschädigungen und Genugtuungen. Diese beläuft sich für das Jahr 2019 auf 6,9 Millionen Franken, was einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 13 Prozent entspricht.

Die Zahlen veröffentlichte das Bundesamt für Statistik am Donnerstag. Das Amt hat die Zahlen weiter aufgeschlüsselt. So zeigt sich etwa, dass die Art der geleisteten Hilfe in 67 Prozent der Fälle juristischer Natur war. In 54 Prozent handelte es sich um psychologische Beratungen und in 29 Prozent um soziale Hilfe.

Täter kommen meist aus dem nahen Umfeld

Die Hilfesuchenden gehen aus verschiedenen Gründen zur Opferberatung. Vergangenes Jahr waren es zur Hälfte Körperverletzungen und Tätlichkeiten. Ein Drittel der Beratungen drehte sich um Erpressung, Drohung und Nötigungen. In 28 Prozent der Fälle waren Sexualstraftaten der Grund für die Beratungen.

Laut den Zahlen des Bundesamts für Statistik gaben 51 Prozent der beratenen Personen an, dass die Tat von Familienangehörigen, Partnern oder Verwandten begangen wurde. Bei den tatverdächtigen Personen handelte es sich zu 85 Prozent um Männer, wohingegen es sich bei den Hilfesuchenden zu 83 Prozent um Frauen handelte.