Omikron
Infektiologe Jan Fehr fordert Paradigmenwechsel

Der Zürcher Infektiologe Jan Fehr spricht sich für eine Verkürzung der Quarantänedauer aus. Für Grossveranstaltungen sei es wegen der vielen Unsicherheiten aber noch zu früh.

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Jan Fehr sieht Grund zum Optimismus, warnt aber davor, die Vorsicht aufzugeben. (Archiv)

Jan Fehr sieht Grund zum Optimismus, warnt aber davor, die Vorsicht aufzugeben. (Archiv)

Keystone

Eine Verkürzung von Isolation und Quarantäne auf je fünf Tage, wie sie dieser Tage von Kantonspolitikern und dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse gefordert worden ist, sei vertretbar, sagt der Zürcher Infektiologe Jan Fehr. Fehr, der der an der Universität Zürich tätig ist und das Referenz-Impfzentrum des Kantons leitet, sieht die Zeit für einen Paradigmenwechsel gekommen, wie er der NZZ sagte.

Er plädiert jedoch für ein abgestuftes Vorgehen. Für eine Abschaffung der Quarantäne sei es ebenso zu früh wie für Grossveranstaltungen. «Im Moment ist die Ungewissheit bezüglich Omikron einfach noch zu gross», sagt Fehr. Dass das Coronavirus mit Omikron endemisch werde und saisonal auftrete, sei «ein sehr wahrscheinliches Szenario», so Fehr. Aber: «Es ist eben nur ein Szenario.»

Derzeit sei es wichtig, bei der aktuellen Infektionswelle eine Bremsfunktion einzubauen, «damit wir nicht zu viele Kranke zum selben Zeitpunkt haben.» Gleichzeitig dürfe es nicht zu viele Ausfälle im öffentlichen Leben geben. «Wir sollten ausserdem nicht den Fehler aus dem letzten Sommer wiederholen und aus Freude über die Entspannung praktisch alle Vorsichtsmassnahmen aufgeben», sagte Fehr.

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