Offenverkauf von Reis und Co. ist ein Erfolg – Migros weitet Angebot zum selber Abfüllen aus

Weg von der Einwegverpackung: Bei ersten Migros-Filialen gibt es Reis oder Nudeln zum Selbstabfüllen.

Dario Pollice
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Sieht es in den Migros-Filialen dereinst auch so aus, wie hier im Zero-Waste-Laden «Foifi» in Zürich?

Sieht es in den Migros-Filialen dereinst auch so aus, wie hier im Zero-Waste-Laden «Foifi» in Zürich?

Bild: Zvg/LTA, Zürich, 13.03.2017

Das Konzept des «zero waste» (auf Deutsch: «null Abfall» oder «null Verschwendung») kennt man vor allem aus kleinen Bio- und Quartierläden wie dem «Foifi» in Zürich. Die Kunden bringen ihre eigenen Behälter mit und füllen Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder Trockenfrüchte selbst ab. Der Verzicht auf Plastik und Verpackungen im Allgemeinen soll so zu einer Reduktion des Abfalls beitragen.

Wie hier schon berichtet wurde, hat die Migros dieses Konzept vor einiger Zeit abgekupfert. Der Detailhändler testete in fünf Filialen in Genf den Offenverkauf von Reis, Hülsenfrüchten und anderen Lebensmitteln zum selber Abfüllen. Den Kunden steht ein Regal mit 23 Abfüllbehältern zur Verfügung.

Das Pilotprojekt scheint Erfolg versprechend, denn gemäss dem Tagesanzeiger soll es nun auf weitere Migros-Filialen und Produkte erweitert werden. «Andere Filialen im Rest der Schweiz interessieren sich sehr für unser Projekt», erklärte Lionel Brasier, Verwantwortlicher für das Warensortiment der Migros-Genossenschaft Genf.

Greenpeace Schweiz begrüsst diesen Schritt. Die Migros solle das Angebot so schnell wie möglich in allen Läden anbieten und auf weitere Produkte ausweiten, sagt Philipp Rohr von der Umweltschutzorganisation. Er verweist auf eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Umfrage, laut der ein Grossteil der Schweizer mit Mehrwegverpackungen einkaufen wolle.

Aufgrund des hohen Lebensstandards entstehen in der Schweiz jährlich rund 80 bis 90 Millionen Tonnen Abfall. Mit 716 kg Abfall pro Person haben wir eines der höchsten Siedlungsabfallaufkommen der Welt.