Oberster Epidemiologe gibt Entwarnung, schliesst aber «Mini-Lockdowns» nicht aus

Marcel Tanner von der wissenschaftlichen Task-Force des Bundesrats glaubt nicht an eine «zweite Welle.» Vorsicht sei dennoch angebracht: Wo das Virus wieder ausbricht, könnte es lokal zu harten Massnahmen kommen.

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Nach einem Menschenauflauf in der Partymeile drohte die Basler Regierung den Gastronomen harte Konsequenzen an – ein vorbildliches Vorgehen, so Marcel Tanner.

Nach einem Menschenauflauf in der Partymeile drohte die Basler Regierung den Gastronomen harte Konsequenzen an – ein vorbildliches Vorgehen, so Marcel Tanner.

Keystone

(wap) Trotz Menschenansammlungen an Ausflugsorten und auf Partymeilen befürchtet der oberste Epidemiologe der Schweiz, Marcel Tanner, keine« zweite Welle». Dies sagte er gegenüber der «NZZ.»  Tanner leitet in der wissenschaftlichen Task Force des Bundes die Expertengruppe für öffentliche Gesundheit. Die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, sei derzeit gering, sagt er. Entscheidend sei es, sich dennoch weiterhin an die Hygieneregeln zu halten. Denn einen zweites Mal könne es sich die Schweiz nicht leisten, das öffentliche Leben herunterzufahren.

In Zukunft müssten die Behörden lokal und fokussiert vorgehen. Als lobenswertes Beispiel nennt er die Basler Regelung: Nach einem Menschenauflauf in der Partymeile Steinenvorstadt hat die Basler Regierung die Boulevardflächen der Restaurants reduziert und den Gastronomen weitere Einschränkungen angedroht – bis hin zur Sperrung aller Aussenbereiche. Die Situation verbesserte sich umgehend.