Neue Umfrage zeigt: Stress und Termindruck gefährden Gesundheit der Bauarbeiter

Stress und Termindruck belasten immer mehr die Gesundheit von Bauarbeitern, wie eine Umfrage der Unia zeigt. Die Gewerkschaft fordert nun darum einen stärkeren Schutz für die Gesundheit auf dem Bau.

Drucken
Teilen
Der Stress auf dem Bau hat gemäss einer Unia-Umfrage zugenommen (Symbolbild).

Der Stress auf dem Bau hat gemäss einer Unia-Umfrage zugenommen (Symbolbild).

Keystone

(rwa) Der schweizerischen Bauwirtschaft gehe es ausgezeichnet, sagte Nico Lutz, Co-Sektorleiter Bau bei der Unia, am Dienstag vor den Medien in Bern. «Noch nie wurde für so viel Geld gebaut wie im vergangenen Jahr.» Unter dem Strich bliebe Firmen im Hochbau ein Reingewinn von 13'900 Franken pro Bauarbeiter.

Laut Lutz ist das aber nur ein Teil der Realität. Denn: Die Zahl der Beschäftigten sei in den letzten Jahren gesunken – besonders bei den festangestellten Bauarbeiten. «Fast jeder sechste Bauarbeiter ist nur noch temporär angestellt», erklärte Lutz laut Redetext. Mit anderen Worten: Immer weniger Bauarbeiter bauten immer mehr, und dies in immer kürzerer Zeit.

Dabei ist laut Lutz die Arbeit auf dem Bau bereits heute gefährlich. Jeder sechste Bauarbeiter verunfalle pro Jahr und mehr als 120 seien in den letzten zehn Jahren bei der Arbeit gestorben. Besonders deutlich ist die Zunahme in diesem Zeitraum bei schweren Unfällen (+17,6 Prozent).

80 Prozent klagen über Termindruck

Um sich ein aktuelles Bild zu machen, hat die Unia letzten Sommer über 12'000 Bauarbeiter befragt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Vier von fünf Bauarbeitern sagen, der Termindruck habe zugenommen. Dieser gestiegene Druck führt gemäss 73 Prozent der Befragten zu mehr Stress. Für mehr als die Hälfte leidet darunter ihre Gesellschaft und die Qualität der Arbeit.

Gestützt auf die Resultate will die Unia nun gemeinsam mit den Bauarbeitern Forderungen an die Bauherren ausarbeiten, um die Arbeitsorganisation und Arbeitssicherheit zu verbessern.