Neue Umfrage sieht Mehrheit für Konzernverantwortungsinitiative

57 Prozent der Stimmberechtigten wollen laut einer neuen Umfrage die Konzernverantwortungsinitiative annehmen. Dabei zeigt sich ein Graben zwischen den Geschlechtern.

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Die Konzernverantwortungsinitiative wurde von einer breiten Koalition von über 80 Organisationen eingereicht.

Die Konzernverantwortungsinitiative wurde von einer breiten Koalition von über 80 Organisationen eingereicht.

Keystone

(wap) Derzeit gibt es in der Stimmbevölkerung eine Mehrheit für die Konzernverantwortungsinitiative. Das zeigt eine Online-Umfrage von «20 Minuten» und Tamedia bei 13'585 Personen. Gemäss den am Freitag publizierten Resultaten befürworten 57 Prozent die Initiative, 41 Prozent wollen sie ablehnen.

Für die hohe Zustimmung verantwortlich ist die weibliche Hälfte der Bevölkerung: 66 Prozent der Frauen unterstützen das Volksbegehren, bei den Männern sind es nur 49 Prozent. Ausserdem sei die Zustimmung in der Stadt grösser auf dem Land, schreibt die TX Group, zu der «20 Minuten» und Tamedia gehören, in einer Mitteilung vom Freitag.

Die Konzernverantwortungsinitiative, über die am 29. November abgestimmt wird, verlangt, dass Schweizer Unternehmen haften, wenn ihre Tochterfirmen im Ausland Menschenrechte verletzen oder Umweltschäden anrichten. Offizielle unterstützt wird sie von SP und Grünen sowie EVP und BDP.

Knappe Mehrheit auch für Kriegsgeschäfteinitiative

Starke Unterstützung erhält die Initiative gemäss Umfrage von links. Wähler von SP und Grünen befürworten die Initiative zu über 90 Prozent. Die Gegner finden sich im Lager der Wähler von FDP und SVP. Bei der SVP unterstützen 28 Prozent der Wählerschaft die Initiative, bei der FDP sind es 23 Prozent. Die Wählerschaft der CVP ist laut Umfrage gespalten.

Ein knappes Mehr von 52 Prozent sieht die Umfrage für die Initiative «Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten», die es der Nationalbank und Pensionskassen verbieten will, in Firmen zu investieren, die mehr als fünf Prozent ihres Jahresumsatzes mit der Herstellung von Kriegsmaterial erzielen. Auch hier gibt es einen Geschlechtergraben: 62 Prozent der Frauen befürworten die Initiative, bei den Männern findet sie nur bei 40 Prozent Unterstützung.