Nationalrat will Zahlungsaufschub für Reisebüros verlängern

Die Reisebranche leidet besonders unter der Coronakrise. Weil viele Menschen ihre Ferien stornieren, sollen Reisebüros von einem längeren Zahlungsaufschub profitieren. Das verlangt der Nationalrat.

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Reisebüros sind in einer verzwickten Situation. Sie erhalten unzählige Stornierungen, erhalten aber bei Fluggesellschaften und Hotels selbst keine Rückerstattungen mehr.

Reisebüros sind in einer verzwickten Situation. Sie erhalten unzählige Stornierungen, erhalten aber bei Fluggesellschaften und Hotels selbst keine Rückerstattungen mehr.

Keystone

(rwa) Die 1300 Reisebüros in der Schweiz sind mit Stornierungen in einem wohl historischen Ausmass konfrontiert. Es sei richtig, dass betroffene Kunden Anspruch auf die Rückerstattungen geleisteter Zahlungen hätten, argumentierte Christa Markwalder (FDP/BE) im Namen der Kommission. Die Reisebüros bringe das wiederum unverschuldet in Schwierigkeiten, weil Fluggesellschaften und Hotels weltweit kaum mehr Rückerstattungen gewähren würden.

Nun will der Nationalrat Abhilfe verschaffen. Er hat am Mittwoch eine Motion einstimmig gutgeheissen. Nun muss noch der Ständerat grünes Licht geben. Der Zahlungsaufschub für die Reisebranche soll demnach bis zum 30. September verlängert werden. Der Rechtsstillstand ist ausschliesslich für die Kundenforderungen gegenüber den Reisebüros und Veranstaltern gedacht. Das bedeutet, Kunden können die Reisebüros bei ausstehenden Forderungen nicht betreiben oder gerichtliche Verfahren einleiten. Keinen verlängerten Zahlungsaufschub soll es für andere Forderungen wie etwa die Miete oder Löhne geben.

Einverstanden mit dem Anliegen ist auch der Bundesrat. Er sei sich bewusst, dass sich die Reisebüros und Reiseveranstalter in einer besonderen Situation befänden und stark von der gegenwärtigen Krise betroffen seien, erklärte Justizministerin Karin Keller-Sutter. «Andernfalls droht eine flächendeckende Konkurswelle.»