Nachrichtenagentur SDA plant Teilung des Unternehmens und verlangt mehr Fördergelder

Geht es nach dem Verwaltungsrat der Nachrichtenagentur Keystone SDA, soll das Unternehmen in einen gewinnorientierten und einen nicht-gewinnorientierten Bereich geteilt werden. Und zwar schon bald.

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Zwei Jahre nach dem Streik der Belegschaft der SDA soll die Nachrichtenagentur in einen nicht-gewinnorientierten Bereich überführt werden. (Archivbild)

Zwei Jahre nach dem Streik der Belegschaft der SDA soll die Nachrichtenagentur in einen nicht-gewinnorientierten Bereich überführt werden. (Archivbild)

KEYSTONE

(gb.) Die Schweizerische Nachrichtenagentur Keystone SDA ist defizitär. Wie Radio SRF berichtet, plant der Verwaltungsrat nun, das Unternehmen in einen gewinnorientierten und einen nicht-gewinnorientierten Bereich zu teilen. Der Plan sei schon konkret und schreite «in grossen Schritten» voran, sagte Jann Jenatsch, COO (Chief Operating Officer) von Keystone SDA, am Samstagabend gegenüber Radio SRF. Der Nachrichten-Journalismus würde im Non-Profit-Bereich angesiedelt werden. Die Teilung ist auf 2021 geplant.

Jenatsch begründete die Pläne mit Finanzierungsschwierigkeiten und verlangt mehr Fördergelder. Der Markt in der Schweiz sei zu klein, als dass sich die SDA allein darüber finanzieren könne. Die Grundversorgung an Nachrichten könne nur erbracht werden, wenn das Defizit kleiner würde, so Jenatsch.

Kanton Waadt und Stiftungen wollen helfen

Die SDA schlitterte vor zwei Jahren in eine Krise. Jede vierte Stelle wurde gestrichen. Es folgte ein mehrtägiger Streik der Journalistinnen und Journalisten, wodurch die Sparmassnahmen aber nicht verhindert werden konnten. Noch im selben Jahr fusionierte die SDA mit der Bildagentur Keystone. Seit 2019 leistet der Bund zudem eine Finanzierungshilfe von 2 Millionen Franken pro Jahr.

Gegenüber Radio SRF sagte Jenatsch, dies reiche nicht. Wie viel Geld die SDA benötigt, geht aus dem Radiobeitrag jedoch nicht hervor. Potenzielle Unterstützung dürfte sich die SDA etwa vom Kanton Waadt erhoffen. Dieser hatte sich Mitte Januar bereit erklärt, 750'000 Franken in die Finanzierung einer Redaktion in der Romandie zu stecken. Auch Stiftungen hätten bereits ihre Unterstützung zugesagt.