Mysteriöser Fall: Mutmasslicher Spion in der Schweiz verurteilt

Die Bundesanwaltschaft hat einen mutmasslichen Spion wegen politischen Nachrichtendienstes zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt. Er war in die Schweiz gereist, um Personen auszuspionieren.

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Der mutmassliche Spion soll auch eine Drohne verwendet haben.

Der mutmassliche Spion soll auch eine Drohne verwendet haben.

Keystone

(rwa) Die Hintergründe des Falls sind mysteriös. Gesichert ist: Der Mann war im letzten Juli auf Schweizer Boden von der Polizei angehalten worden, wie aus dem Strafbefehl hervorgeht, der CH Media vorliegt. Die «SonntagsZeitung» machte den Fall publik. 

Bei der Kontrolle bemerkte die Polizei, dass die Nummernschilder des Range Rover Vogue gefälscht waren. Der Mann besass auch keinen gültigen Fahrzeugausweis. Im Auto stiess die Polizei auf sechs Handys, eine Drohne, ein Laptop und eine Kamera. Der Mann trug zudem grössere Bargeldmengen auf sich.

Anzeichen für russische Herkunft

Laut Strafbefehl hatte er zu dieser Zeit mehrere Personen mit Wohnsitz in der Schweiz sowie deren Wohn- und Geschäftsadressen ausgekundschaftet. Bei dem Mann soll es sich laut «SonntagsZeitung» um einen russischen Spion handeln. Hinweise darauf finden sich auch im Strafbefehl. So erhielt der Mann seine Aufträge von einem gewissen «Sergej» über den russischen Messenger-Dienst Telegram. Ihm schickte er Fotos von Grundstücken, Gebäuden und Personen.

Die Bundesanwaltschaft attestiert dem Mann eine «hohe kriminelle Energie». Er sei eigens zur Deliktsbegehung in die Schweiz gereist. Die Bundesanwaltschaft verurteilte den Mann wegen politischen Nachrichtendienstes zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Weil die Untersuchungshaft angerechnet wurde, ist er wieder frei. Auf Anfrage macht die Bundesanwaltschaft keine weiteren Angaben zum Fall.