Missbrauchsvorwürfe im Turnsport: Viola Amherd will eine externe Untersuchung

Sportministerin Viola Amherd will nach Missbrauchsvorwürfen gegen den Schweizerischen Turnverband eine externe Aufarbeitung der Vorfälle. Zudem begrüsst sie die Einrichtung einer Meldestelle.

Drucken
Teilen
Bundesrätin Viola Amherd setzte sich am Dienstag mit den Missbrauchsvorwürfen im Turnsport auseinander.

Bundesrätin Viola Amherd setzte sich am Dienstag mit den Missbrauchsvorwürfen im Turnsport auseinander.

Keystone

(agl) Amherd traf sich am Dienstag mit Vertretern des Schweizerischen Turnverbands STV und Swiss Olympic, wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in einer Mitteilung schreibt. Amherd habe klargestellt, dass in der Sache Handlungsbedarf besteht. Nicht nur im Turnen, sondern generell im Sport, müsse alles getan werden, um junge Sportlerinnen zu schützen.

Die Parteien seien sich einig, dass im Turnen und der Rhythmischen Gymnastik ein Kulturwandel stattfinden müsse, heisst es in der Mitteilung weiter. Dafür brauche es umfassende Massnahmen. Laut dem VBS könnte beispielsweise auch mit finanziellen Anreizen gearbeitet werden. Sportarten, die besondere Anstrengungen unternehmen, könnten stärker unterstützt werden.

«Es führt kein Weg an einer Meldestelle vorbei»

Zunächst will Amherd aber die Vorfälle extern aufarbeiten lassen, die vergangene Woche in den Medien publik wurden. Acht ehemalige Spitzenathletinnen der Disziplinen Kunstturnen und Rhythmische Gymnastik berichteten über jahrelange Demütigungen und Machtmissbrauch auf dem Sportcampus in Magglingen bei Biel. Die Expertise solle zudem aufzeigen, welche Instrumente nötig sind, um in Zukunft solche Vorfälle zu verhindern, heisst es in der Mitteilung weiter.

Auch die Einführung einer Meldestelle für Missbrauchsopfer im Sportbereich begrüsst Amherd. Dies hatte die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Sport des Ständerats am Montag gefordert. Das Bundesamt für Sport habe Swiss Olympic bereits im letzten Jahr beauftragt, eine solche Meldestelle zu evaluieren. Die Ergebnisse sollen bis Ende Jahr vorliegen. «Es führt kein Weg an einer solchen Meldestelle vorbei», wird Amherd in der Mitteilung zitiert.