Maskenpflicht in Bern rückt näher: Fallzahlen liegen nur noch knapp unter kritischem Wert

Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hat in einem Interview den Richtwert von durchschnittlich 35 Fällen pro Tag ausgegeben. Ist der erreicht, werde in Bern eine Maskenpflicht in den Geschäften eingeführt. Es fehlt nur noch sehr wenig.

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Einige Kantone kennen bereits eine Maskenpflicht in Geschäften. Etwa Solothurn.

Einige Kantone kennen bereits eine Maskenpflicht in Geschäften. Etwa Solothurn.

Hanspeter Bärtschi / SZ

(mg) Während das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Wochenende neuerdings keine neuen Fallzahlen mehr publiziert, hält der Kanton Bern weiter daran fest. Am Samstag meldete er 60 Fälle, am Sonntag 50 Neuansteckungen mit dem Coronavirus. Das entspricht einer deutlichen Steigerung gegenüber der Vorwoche. Damals waren für die kompletten sieben Tage 180 neue Fälle gemeldet worden, in der aktuelle Woche sind es 299.

Diese Zahlen sind insofern von Bedeutung, da der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg im August in einem Interview mit der Zeitung «Der Bund» erklärte, in Bern würde eine Maskenpflicht in den Geschäften eingeführt, wenn die täglichen Ansteckungen im 14-Tagesschnitt 35 Fälle übersteigen. Derzeit liegt dieser Wert bei 34,2. Darin fliessen aber auch Tage mit sehr tiefen Fallzahlen ein. So wurden am 7. September acht Ansteckungen gemeldet und am darauffolgenden Tag deren 17. Liegen die Fallzahlen am kommenden Montag und Dienstag nur unwesentlich höher als noch vor 14 Tagen, wäre somit diese kritische Schwelle erreicht.

Heisst es also bald «Maske auf» beim Einkaufen im Kanton Bern? Sicher ist dies trotz steigenden Zahlen nicht. Neben den nackten Fallzahlen lasse man auch weitere Dinge in die Überlegungen einfliessen, sagte Schnegg: «Als Entscheidungsgrundlage ziehen wir aber weitere Parameter bei wie die Belegung von Spitalbetten.» Eine Maskenpflicht in Einkaufsläden kennen bereits mehrere Kantone. In der Deutschschweiz sind dies Zürich und Solothurn.