Luftfahrt
Technische Störung bei Skyguide: Luftraumsperre aufgehoben ++ Flüge umgeleitet ++ Chaos an den Flughäfen Zürich und Genf

Bei der Flugsicherung Skyguide ist es am Mittwochmorgen zu einer technischen Störung gekommen. Der gesamte Luftraum war gesperrt. Um 8.30 Uhr konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Zahlreiche Flüge starten verspätet oder sind gestrichen.

Drucken

Was wir wissen:

  • Der gesamte Schweizer Luftraum war während einigen Stunden lahmgelegt. Grund dafür war eine technische Störung bei der Flugsicherung Skyguide.
  • Flughäfen Genf und Zürich: Flugzeuge konnten weder starten noch abheben
  • Um 8.30 Uhr konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Der Luftraum ist wieder offen und der Flugverkehr wird fortgeführt.
  • Der Flugbetrieb am Flughafen Zürich wird wieder hochgefahren: 9.30 Uhr lag der Betrieb bei 50 Prozent Kapazität, um 10 Uhr meldete der Flughafen wieder die volle Kapazität. 
  • Die Fluggesellschaft Swiss hat die anfliegenden Langstreckenflüge auf verschiedene Flughäfen in den Nachbarländern umgeleitet. Im Laufe des Tages erwartet sie eine Normalisierung des Flugbetriebs, wobei Unregelmässigkeiten nicht ausgeschlossen seien. Insgesamt wurden 30 Kurzstreckenflüge gestrichen.

Informatikpanne bei Skyguide legt Flughäfen Zürich und Genf lahm.

CH Media Video Unit / Katja Jeggli

An den Flughäfen Genf und Zürich herrschte am Mittwochmorgen Chaos. Während Stunden wurden weder Starts noch Landungen durchgeführt. Der Grund: Am 6.30 Uhr vermeldete die Flugsicherung Skyguide eine technische Störung. Deshalb wurde der Schweizer Luftraum «bis auf Weiteres» gesperrt, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Flughafen Zürich schrieb kurz vor 8.30 Uhr: «Wir erwarten, dass der Flugbetrieb vor dem Mittag in reduzierter Kapazität wieder hochgefahren wird.» Das Check-in lief derweil weiter.

Wie die Flugsicherung Skyguide um 9 Uhr mitteilte, wurde die Störung schneller behoben als zunächst erwartet: Die Luftraumsperre konnte bereits um 8.30 Uhr aufgehoben werden. «Der Schweizer Luftraum ist nun wieder offen und der Flugverkehr über der Schweiz sowie der Betrieb an den Landesflughäfen Genf und Zürich kann wieder aufgenommen werden», schrieb Skyguide.

Am Flughafen Zürich wurde der Betrieb im Verlaufe des Morgens wieder hochgefahren: Bis 9.30 Uhr ist eine Kapazität von 50 Prozent geplant, ab 9.30 Uhr soll der Betrieb bei 75 Prozent Kapazität laufen. Um 10 Uhr teilte der Flughafen schliesslich wieder eine Kapazität von 100 Prozent mit.

Der Flughafen Genf war auf Twitter ursprünglich davon ausgegangen, dass die Starts und Landungen bis Mittwochmorgen 11 Uhr ausgesetzt werden:

Mehrere Flüge seien annulliert, twitterte der Flughafen Genf, als der Flugraum wieder offen war. Die Passagiere seien gebeten, sich bei ihrer Fluggesellschaft zu erkundigen, ob ihr Flug stattfinden könne oder nicht.

Die Flugsicherung Skyguide bedauerte den Vorfall und die Folgen für die Flugpassagiere an den Flughäfen Genf und Zürich. Skyguide setze alles daran, die Flüge effizient abzuwickeln, um Verspätungen so gering wie möglich zu halten.

Aus Sicherheitsgründen wurde der Schweizer Luftraum für den Verkehr bis auf Weiteres gesperrt.

Aus Sicherheitsgründen wurde der Schweizer Luftraum für den Verkehr bis auf Weiteres gesperrt.

Screenshot/flightradar24.com

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) wurde von der Flugsicherung am Mittwochmorgen über die Störung informiert. Derweil hat das Umweltdepartement Uvek Skyguide angewiesen, Bericht zu erstatten zu den «Ursachen der Sperrung, den Massnahmen zur Behebung und eine Analyse dazu zu liefern», wie ein Sprecher auf Anfrage von CH Media schreibt.

Zusätzliche Informationen zur möglichen Ursache der Störung lägen dem Bazl derzeit nicht vor. Auf die Frage, ob eine ausländische Flugsicherungsgesellschaft die Flugsicherung der Schweiz in solch einem Fall übernehmen würde, schreibt der Sprecher: «Diese läuft auf separaten und von der zivilen Flugsicherung unabhängigen Systemen.»

Auch Swiss betroffen

Von der Luftraumsperrung war auch die Fluggesellschaft Swiss betroffen. Die anfliegenden Langstreckenflüge wurden zunächst auf verschiedene Flughäfen in den Nachbarländern umgeleitet, unter anderem nach Lyon, Mailand und Wien, heisst es in einer Mitteilung.

Nachdem der Luftraum wieder eröffnet wurde, sind Swiss zufolge wieder erste Flugzeuge gestartet und gelandet. Die Fluggesellschaft erwartete eine Normalisierung des Flugbetriebs im Laufe des Tages. «Es kann allerdings noch zu Unregelmässigkeiten kommen», so die Swiss weiter. Reisende wurden gebeten sich auf der Website des Unternehmens über den Flugstatus zu informieren.

Bislang sind 30 Kurzstreckenflüge in Zürich und Genf gestrichen worden, davon sind rund 6400 Fluggäste betroffen. Die Swiss suche für die betroffenen Passagiere nun nach Lösungen, etwa in Form von Umbuchungen.

Gemäss einer Passagierin, die in Zürich in der Abflughalle wartete, war die Kommunikation vor Ort eher lückenhaft. Alle fünf Minuten käme eine Durchsage, dass wegen einer technischen Panne alle Flüge ausfallen. Nähere Infos seien derzeit aber nicht verfügbar. Ein weiterer Passagier berichtete derweil auf Twitter, dass am Umbuchungsschalter der Swiss «totales Chaos» herrsche:

Der Zusammenbruch des Luftverkehrs in der Schweiz sorgt auch in anderen Ländern für Breaking News. «Genfer und Zürcher Flughäfen durch Computerausfall lahmgelegt», titelt eine spanische Zeitung. Das Thema beschäftigt die Medien auch in Frankreich, Deutschland sowie in Italien.

Die Warteschlangen am Flughafen Zürich wurden immer länger.

ehs/CHM

Zudem finden sich in den sozialen Medien zahlreiche Tweets und Posts zur Panne. Darunter ein sehr rot eingefärbter Abflugmonitor am Flughafen Zürich.