Löhne
Trotz operativer Leitung: SBB-Chef Ducrot verdiente weniger als sein Vorgänger

Im letzten Jahr mussten die SBB zeitweise gleich zwei Chefs entlöhnen. Ein neuer Bericht zeigt nun: Der langjährige CEO Andreas Meyer verdiente auch dann noch mehr Lohn, als Nachfolger Vincent Ducrot längst die Geschicke des Konzerns übernommen hatte.

Merken
Drucken
Teilen
Andreas Meyer war jahrelang der Topverdiener unter den Kaderleuten der bundesnahen Betriebe. (Archivbild)

Andreas Meyer war jahrelang der Topverdiener unter den Kaderleuten der bundesnahen Betriebe. (Archivbild)

Keystone

Das Duo verdiente vergangenes Jahr rund 1,2 Millionen Franken. Dies geht aus dem Kaderlohnreporting für die bundesnahen Betriebe hervor, das der Bundesrat am Freitag gutgeheissen hat. Dabei sind die Gewichte jedoch ungleich verteilt: Der langjährige Konzernchef erhielt 2020 einen Lohn von rund 714'000 Franken, obwohl er sein Amt per Ende März abgegeben hatte. Sein Arbeitsverhältnis wurde jedoch erst Ende September aufgelöst. Damit erhielt er auf das Jahr gerechnet ungefähr gleich viel wie im Jahr davor.

Abstriche machen musste vor allem Meyers Nachfolger. Vincent Ducrot nahm sein Amt als CEO am 1. April 2020 auf und hat seither die operative Leitung inne. In den neun Monaten verdiente der Freiburger 500'000 Franken. Eine leichte Einbusse musste die SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar in Kauf nehmen. Ihr Lohn belief sich auf 273'000 Franken.

Einbussen auch bei Post-Chef

Auch weitere Topkader der bundesnahen Unternehmen mussten auf Geld verzichten. Post-Chef Roberto Cirillo wies zwar mit 810'000 Franken einen höheren Verdienst aus. Es war aber sein erstes volles Jahr als CEO. 2019 hätte er auf das ganze Jahr gerechnet 924'000 Franken verdient. Der Lohn von Urs Schwaller, VR-Präsident des Gelben Riesen, fiel mit 253’470 Franken gleich hoch aus wie im Vorjahr.

Leicht mehr verdiente Postfinance-Chef Hansruedi Köng, der einen Lohn von 818'000 Franken einstrich. Der Verwaltungsratspräsident der Postfinance, Rolf Watter, verdiente gleich viel wie im Vorjahr, nämlich 226’300 Franken.

Die Swisscom AG ist als börsenkotierte Aktiengesellschaft von den Bestimmungen der Kaderlohnverordnung hingegen ausgenommen. (rwa)