Kurierbranche befürchtet Umschichtung hin zu Billiganbietern

Das traditionelle Kuriergeschäft liegt in der Krise darnieder. Gleichzeitig blühen Heimlieferdienste. Dabei werde aber auf zweifelhafte Anbieter zurückgegriffen, kritisiert die Gewerkschaft Syndicom.

Hören
Drucken
Teilen
Auch für die Kurierdienste bedeutet die Krise eine grosse Umstellung.

Auch für die Kurierdienste bedeutet die Krise eine grosse Umstellung.

Keystone

(wap) Eigentlich hätten Kuriere Hochkonjunktur: Viele arbeiten von zu Hause aus, manche trauen sich nicht mehr zum Einkaufen. Sie werden zu Hause beliefert. Allerdings gehen die neuen Aufträge nicht zu den traditionellen Anbietern, deren bisherige Kurierdienste, etwa von Büro zu Büro, wegbrechen. Die Gewerkschaft Syndicom fordert nun, dass Politik und Grossfirmen der Situation Rechnung tragen. Kritisiert wird namentlich die Migros, die bei Lieferdiensten nicht auf Kuriere zurückgreife, sondern auf« Freiwillige,» die mit einem «Trinkgeld» von 5 Franken entlohnt werden.

Es bestehe nun die Gefahr, dass Lieferfirmen mit Dumpinglöhnen zusätzlich noch staatliche Förderung erhielten. Als Beispiel nennt die Gewerkschaft den Kanton Genf. Der unterstütze der Kanton die Zusammenarbeit von Restaurants mit zwei Firmen, die sich nicht dem Gesamtarbeitsvertrag angeschlossen haben und deren Angestellte sich erst kürzlich über tiefe Löhne und ungünstige Arbeitsbedingungen beschwert hatten.

Syndicom und der Arbeitgeberverband SwissMessengerLogistics rufen deshalb dazu auf, nur Auslieferer zu berücksichtigen, die dem Gesamtarbeitsvertrag unterstehen.