Kritik am BAG: Digital-Experte verlangt offenen Umgang mit Daten zu Corona

Dem Bundesamt für Gesundheit werden von Seiten der Wissenschaft und der Technologiebranche immer wieder Hilfe angeboten, diese werde jedoch nicht angenommen, sagt Martin Steiger von der «Digitalen Gesellschaft. »

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Martin Steiger ist Anwalt für Recht im digitalen Raum.

Martin Steiger ist Anwalt für Recht im digitalen Raum.

Hpb

(wap) In einem am Montag gesendeten Interview mit Radio SRF 1 übte Martin Steiger, Datenschutzexperte und Mitglied des zivilgesellschaftlichen Vereins «Digitale Gesellschaft», heftige Kritik am Bundesamt für Gesundheit (BAG). Dieses argumentiere immer wieder mit dem Datenschutz, dieser gebe dem BAG aber sehr viel mehr Freiheit, als es nutze. So sei die Weitergabe von Daten an die Kantone im Epidemiengesetz klar erlaubt, so Steiger. Entscheidend sei, dass die Daten sicher und anonymisiert seien.

Er gehe nicht davon aus, dass das Bundesamt nicht wolle, sondern dass es «noch nicht könne», sagte Steiger weiter. Nun sei es aber an der Zeit, dazuzulernen und Hilfe anzunehmen. Dem BAG werde von Wissenschaft und Expertenkreisen sehr viel Hilfe angeboten, diese werde aber nicht angenommen, kritisierte Steiger. Was es brauche, sei ein offener Umgang mit den Daten. Das BAG müsse diese anonymisiert und geschützt veröffentlichen, so dass Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam an einer Lösung arbeiten könnten.