Kriminalität
Die Mafia nimmt Covid-Kredite ins Visier

Kriminelle Organisationen werden bezüglich ihrer Einnahmequellen immer erfinderischer. Dabei hat es die Mafia auch auf Covid-Kredite abgesehen, wie die Chefin der Bundespolizei Fedpol sagt.

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Die Mafia nistet sich überall dort ein, wo sie Geld verdienen kann. Jüngstes Beispiel: die Covid-Kredite. (Symbolbild)

Die Mafia nistet sich überall dort ein, wo sie Geld verdienen kann. Jüngstes Beispiel: die Covid-Kredite. (Symbolbild)

Keystone

Die Mafia hat ihre Wurzeln zwar im Sizilien des 19. Jahrhunderts, doch sie hat es stets verstanden, sich anzupassen und neue Einnahmequellen zu erschliessen. Das jüngste Arbeitsfeld der Mafia sind etwa die Covid-Kredite, wie Nicoletta della Valle, Direktorin der Bundespolizei Fedpol, gegenüber Radio SRF am Freitag sagt: «Wir sehen, dass Covid-Kredite sehr oft direkt ins Ausland abfliessen. Das weist darauf hin, dass kriminelle Organisationen ihre Hände im Spiel haben.»

In welcher Branche das Geld abfliesst, und um wie viel Geld es konkret geht, sagt della Valle nicht. Gemäss dem Radiobericht hegt die Meldestelle für Geldwäscherei bei Covid-Krediten im Rahmen von rund 180 Millionen Franken den Verdacht der Geldwäscherei.

Politik hat hat zu wenig Sensibilität für Mafia

Diese Entwicklung überrascht Sergio Mastroianni nicht. Er ist bei der Bundesanwaltschaft für die organisierte Kriminalität zuständig und weist auf die unternehmerische Fähigkeit der organisierten Kriminalität hin: «Sie nisten sich überall dort ein, wo sie Geld verdienen können, wo sie Geld waschen können oder wo sie gewaschenes Geld wieder investieren können. Die Mafia ist polykriminell», so Mastroianni gegenüber Radio SRF.

Mit Blick nach Bundesbern warnt Bundesstaatsanwalt Mastroianni: «Unsere Politikerinnen und Politiker müssen die Schwere dieses Phänomens endlich verstehen. Noch haben sie dafür wenig Sensibilität.» (dpo)

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