Keine Sterbehilfe für Auslandschweizer: Jetzt sollen sich die Exit-Mitglieder äussern

Die Sterbehilfeorganisation Exit will ihre Statuten anpassen. Ein Vorschlag lautet, wegen bürokratischen Hürden keine Auslandschweizer mehr zuzulassen. Nun sollen sich die Mitglieder dazu äussern.

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Der Aufwand für Abklärungen zur Sterbebegleitung sei bei Auslandschweizern deutlich höher, schreibt Exit. (Symbolbild)

Der Aufwand für Abklärungen zur Sterbebegleitung sei bei Auslandschweizern deutlich höher, schreibt Exit. (Symbolbild)

Bild: Keystone

(agl) Der Verein Exit informierte am Sonntag zur geplanten Statutenänderung. Dies im Nachgang zu einem Artikel in der «NZZ am Sonntag». Dieser suggeriere, es sei bereits beschlossene Sache, «dass Mitglieder mit Wohnsitz im Ausland keine Freitodbegleitung mehr erhalten sollen», schreibt Exit. Dies sei jedoch nicht der Fall.

Bei der Änderung handle es sich um einen Vorschlag im Rahmen der generellen Überarbeitung der Exit-Statuten. Grund dafür sei, dass die Abklärungen für eine Sterbebegleitung im Ausland oftmals durch bürokratische Hürden erschwert würden. Es gehe um das Einholen von Arztzeugnissen und Spitalberichten in fremden Sprachen sowie um lokale Gesetzgebungen, die Suizidvorbereitungen verbieten würden. Ebenfalls müssten schwerkranke Mitglieder in die Schweiz transportiert werden, da die Sterbebegleitung nur hier legal durchgeführt werden könne.

Der neue Statutententwurf sieht deshalb vor, künftig nur noch Personen mit Wohnsitz in der Schweiz aufzunehmen und – falls der Wohnsitz ins Ausland verschoben wird – die Mitgliedschaft aufzuheben. Dazu sollen aber zunächst die Exit-Mitglieder angehört werden. Diese können bis am 30. September schriftlich Stellung zum Entwurf nehmen. «Der Vorstand nimmt derzeit die Rückmeldungen entgegen und lässt diese je nach Rücklaufstärke einfliessen», heisst es in der Mitteilung. Am Ende würden die Mitglieder an der Generalversammlung 2021 entscheiden.