Kantone können selber über Durchführung der schriftlichen Matura entscheiden

Der Bundesrat überlässt es den Kantonen, ob sie schriftliche Abschlussprüfungen in den Gymnasien durchführen wollen. Die Prüfungen der Berufsmaturität fallen hingegen in der ganzen Schweiz weg.

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Der Bundesrat beschloss eine föderalistischen Lösung hinsichtlich der Maturitätsprüfungen.

Der Bundesrat beschloss eine föderalistischen Lösung hinsichtlich der Maturitätsprüfungen.

Gaetan Bally / KEYSTONE

(dpo) Auf Antrag der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen, dass die kantonalen Gymnasien dieses Jahr auf schriftliche Maturitätsprüfungen verzichten können. Damit könnten die Kantone den unterschiedlichen Gegebenheiten infolge der Coronakrise Rechnung tragen, schreibt das Bildungsdepartement (WBF) in einer Mitteilung.

In jenen Kantonen, in denen keine Prüfungen stattfinden, werden die Zeugnisse auf der Basis von Erfahrungsnoten abgegeben. Die Hochschulen werden die Schweizer Maturitätsausweise für die Zulassung anerkennen, ungeachtet dessen, auf welcher Basis sie zustande gekommen seien.

Keine Berufsmaturitätsprüfungen

Der Bund hätte eine national einheitliche Lösung vorgezogen, um die Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten, heisst es in der Mitteilung weiter. Nach einem langen Ringen unter den Kantonen für den Antrag der EDK galt es aber, sie Situation rasch zu klären. Die heute präsentierte Lösung stelle nun sicher, dass Absolventinnen und Absolventen ihre Maturitätszeugnisse rechtzeitig erhalten, um im Herbst einen weiterführenden Studiengang an einer Hochschule aufnehmen zu können.

Zusätzlich hat der Bundesrat beschlossen, dass auf Prüfungen der eidgenössischen Berufsmaturität schweizweit verzichtet wird. Diese werden stattdessen durch Erfahrungsnoten ersetzt. Dadurch sei die Chancengleichheit für alle Berufsmaturandinnen und -maturanden und die Vergleichbarkeit der Abschlüsse gewährleistet.