Sexuelle Gewalt: Kanton Waadt ermöglicht Opfern schnellere Hilfe

Ab Juli bieten regionale Krankenhäuser im Kanton Waadt Opfern von sexuellen Übergriffen eine interdisziplinäre Behandlung an. Dadurch kann eine aufwendige Reise ins Universitätsspital vermieden werden.

Drucken
Teilen
Oftmals bleiben sexuelle Übergriffe unbestraft. (Symbolbild)

Oftmals bleiben sexuelle Übergriffe unbestraft. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Häufig melden sich Opfer von sexuellen Übergriffen nicht bei den Behörden. Wie der Kanton Waadt am Dienstag mitteilt, können die Gründe dafür vielfältig sein. Unter anderem hätten sich Opfer sexueller Gewalt bislang ans Universitätsspital wenden müssen, um einen forensischen Bericht zu erhalten. Dort hätten sie ihre traumatische Geschichte mehrmals verschiedenen Fachpersonen erzählen müssen, was für die Opfer jeweils schmerzhaft sei. Der Kanton Waadt will deshalb den Zugang zu einem spezialisierten Dienst vereinfachen. Regionale Krankenhäuser bieten nun eine spezielle Betreuung an.

Einreichen einer Strafanzeige wird erleichtert

Konkret kann ein Opfer sexueller Gewalt ab dem 15. Juli in die Krankenhäuser in Yverdon, Rennaz und Payerne, und ab dem 31. Juli in die Krankenhäuser in Nyon und Morges gehen, um dort die notwendige Pflege zu erhalten. Ein Gynäkologe und ein Gerichtsmediziner erstellen zudem einen medizinisch-rechtlichen Bericht, damit das Opfer schnellstmöglich eine Strafanzeige einreichen kann. Finanziert wird der Dienst vom Gesundheitsdepartement des Kantons Waadt.

Diese neue regionale Vorgehensweise verstärkt laut Mitteilung den Kampf gegen sexuelle Gewalt. «Diese Verbesserungen können in einigen Fällen den Unterschied ausmachen und eine Anzeige fördern, bei der das Opfer zögerte», lässt sich Ständerätin Rebecca Ruiz zitieren. Ein einfacher und schneller Zugang zu einem forensischen Bericht sei von entscheidender Bedeutung, damit die Opfer ihre Rechte ausüben können.