Internationaler Tag der Pflege
Immer weniger Pflegefachleute – auch wegen der Coronapandemie

Der Internationale Tag der Pflege 2021 steht erneut unter dem Eindruck der Coronapandemie. Diese verstärkt den globalen Mangel an Pflegefachleuten.

André Bissegger
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Das Schweizer Pflegepersonal ist gemäss ihrem Berufsverband «wütend und müde». Nach der Pandemie drohen viele, den Beruf zu verlassen. (Symbolbild)

Das Schweizer Pflegepersonal ist gemäss ihrem Berufsverband «wütend und müde». Nach der Pandemie drohen viele, den Beruf zu verlassen. (Symbolbild)

Keystone

Jeweils am 12. Mai feiern Millionen von Pflegefachleuten auf der ganzen Welt den Internationalen Tag der Pflege. Wie wichtig sie für die Gesellschaft sind, zeigte sich in den vergangenen Monaten deutlich. Pflegefachpersonen stehen in der Pandemiebekämpfung weltweit an vorderster Front, schreibt der Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen (SBK) am Mittwoch in einer Mitteilung.

Doch diese permanente Überlastung fordere ihren Tribut. Gemäss dem International Council of Nurses (ICN) melden 80 Prozent der nationalen Pflegeverbände gesundheitliche Probleme bei ihren Mitgliedern. Dazu zählen Erschöpfung, Depression, Burnout oder Schlafstörungen. Ausserdem werden sie in mehreren Ländern diskriminiert, da man ihnen unterstellt, sie würden das Virus verbreiten.

Drohender «Massenexodus» in der Pflege

Das ICN warnt denn auch vor einem Massenexodus von Pflegefachpersonen. Die Belastungen könnten dazu führen, dass drei Millionen Pflegefachleute den Beruf verlassen – ein Trend, der auch in der Schweiz beobachtet wird. Die Hinweise würden sich mehren, dass nach der Pandemie die Berufsausstiegsquote zunehme. «Ein Monitoring über die Konsequenzen der Pandemie für die Pflegenden besteht in der Schweiz noch nicht», wird Yvonne Ribi, SBK-Geschäftsführerin, zitiert.

Ribi kritisiert denn auch die Politik: Das Parlament hätte in den Diskussionen rund um den indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative die Möglichkeit gehabt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, damit Pflegende im Beruf bleiben. Dafür zu sorgen, dass mehr diplomierte Pflegefachleute ausgebildet werden, reiche nicht aus.

Gesundheitsminister Alain Berset drückte auf dem Nachrichtendienst Twitter seine Wertschätzung für die Pflegenden aus. Diese leisteten «Gewaltiges», schreibt er.

Gefeiert wird der Internationale Tag der Pflege in diesem Jahr mit einem Online-Kongress, an dem Bundespräsident Guy Parmelin teilnehmen wird. Ausserdem führen verschiedene SBK-Sektion Protestmärsche durch – sogenannte «Walks of Care».