Impfkampagne
Kinder und Jugendliche sollen noch in diesem Jahr geimpft werden

Es wird genügend Impfstoff geben, um Kinder und Jugendliche noch in diesem Jahr zu impfen. Diese Zusicherung macht das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Noch fehlt aber die Zulassung.

Peter Walthard
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Noch ist kein Impfstoff gegen das Coronavirus für unter 16-Jährige zugelassen, es wäre in diesem Jahr aber genügend Impfstoff vorhanden. (Symbolbild)

Noch ist kein Impfstoff gegen das Coronavirus für unter 16-Jährige zugelassen, es wäre in diesem Jahr aber genügend Impfstoff vorhanden. (Symbolbild)

Keystone

Sie gehe davon aus, dass schon im Sommer auch Kinder und Jugendliche geimpft werden könnten, sagte Virginie Masserey, BAG-Fachexpertin und zuständig für die Impfstoffe, am Dienstag vor den Medien in Bern. Es werde auch genug Impfstoff vorhanden sein, um diese Gruppe bis Ende Jahr durchzuimpfen. Bedingung sei, dass die Impfstoffe für die Altersgruppen unter 16 Jahren die Zulassung erhielten. Dies ist derzeit nicht der Fall. Der Hersteller Pfizer habe jedoch bereits Daten für die Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen eingereicht, die nun von der Zulassungsstelle Swissmedic geprüft würden, so Masserey.

Auf Seite der Kantone laufe die Impfkampagne derzeit auf Hochtouren, sagte Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte. Die Kapazitäten seien dabei noch lange nicht ausgeschöpft. Wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, könnten die Kantone das Tempo weiter erhöhen. Vielerorts seien nun für alle Altersgruppen ab 16 Jahren Termine erhältlich. In der Praxis führe das dazu, dass ältere Menschen und Personen aus Risikogruppen nicht immer prioritär behandelt werden könnten, was aber angesichts der jetzigen epidemiologischen Lage vertretbar sei.

Diese sei erfreulich, sagte Martin Ackermann, Leiter der wissenschaftlichen Task Force. Er sprach von einer positiven Überraschung. Die Arbeitsgruppe hatte befürchtet, dass sich die Lage nach den ersten Öffnungsschritten verschlimmern könnte. Dies sei überraschenderweise nicht eingetreten, so Ackermann. Die Modelle würden nun überprüft. Derzeit beobachte die Task Force eine Verschiebung der Infektionen hin zu den nicht geimpften Bevölkerungsgruppen. Während sich die Lage insgesamt beruhige, sei das Risiko in diesen Gruppen teilweise höher als noch im März.

Covid-Zertifikat wird nicht gestaffelt ausgestellt

Unterschiedliche Meinungen waren an der Medienkonferenz zur Frage zu vernehmen, ob Geimpfte nicht mehr ansteckend seien und deshalb von der Maskenpflicht befreit werden sollten. Ackermann betonte, dass die Impfung effektiv sei, aber nie zu 100 Prozent wirksam sein könne. Ausnahmen müssten deshalb vom jeweiligen Kontext abhängig gemacht werden. Virginie Masserey sagte, Geimpfte seien nicht mehr ansteckend, sollten aber weiterhin Maske tragen, da Ausnahmen in der Praxis schwer durchzusetzen seien. Auf diesen Standpunkt hatte sich am Montag auch Bundesrat Alain Berset gestellt.

Dieser hatte dann auch angekündigt, dass weitere Öffnungsschritte unabhängig von der Einführung des Covid-Zertifikats ins Auge gefasst würden. Masserey bestätigte am Dienstag, dass das Zertifikat Ende Juni bereit sein solle. Eine gestaffelte Einführung für Geimpfte, Getestete und Genesene sei kein Thema.

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