Holocaust
Nazi-Opfer erhalten in der Schweiz eine eigene Gedenkstätte

Die Schweiz erhält bald eine eigene Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus. Das hat das Parlament beschlossen. Dabei soll auch der Schweizer Widerstand beleuchtet werden.

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Einer der bekanntesten Gedenkorte ist wohl das Holocaust-Mahnmal in Berlin.

Einer der bekanntesten Gedenkorte ist wohl das Holocaust-Mahnmal in Berlin.

Keystone

Die Schweiz erhält einen offiziellen Gedenkort für die Opfer des Nationalsozialismus. Der Nationalrat hat am Freitag stillschweigend eine Motion von Alfred Heer (SVP/ZH) überwiesen. Im Ständerat war ein gleichlautender Vorstoss von Daniel Jositsch (SP/ZH) ebenfalls auf Zustimmung gestossen.

Auch der Bundesrat möchte eine solche Stätte schaffen. Dem Vergessen müsse mit «Bildung und Erinnerungsarbeit» entgegengewirkt werden, argumentierte Bundesrat Ignazio Cassis im Ständerat. Die Regierung sei bereit «zusammen mit einer breit abgestützten Trägerschaft aktiv zur Realisierung dieses Gedenkortes beizutragen», so Cassis. Nun kann der Bundesrat seine Arbeiten aufnehmen.

Nicht nur die Schweizer Opfer des Nazi-Regimes sollen dabei im Zentrum stehen, sondern auch die an der Schweizer Grenze Abgewiesenen. Ebenfalls beleuchtet werden soll dabei laut Motion die Rolle «der Schweizerinnen und Schweizer, die sich dem Nationalsozialismus beherzt entgegenstellten oder sich für Verfolgte einsetzten.» (mg/rwa)