Harte Vorwürfe an Bundesstrafgericht: Jetzt wehren sich die Richterinnen und Richter

Eine Mehrheit der Richterpersonen des Bundesstrafgerichts hat sich mit einem Brief an ihre Aufsichtsbehörde gewandt. Um die Zusammenarbeit wieder zu verbessern, werden zusätzliche Massnahmen eingeleitet.

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Das Bundesstrafgericht in Lausanne kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Das Bundesstrafgericht in Lausanne kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Keystone

(sku) In den vergangenen Monaten berichteten zahlreiche Medien über angebliche Missstände am Bundesstrafgericht in Bellinzona. Von Machtkämpfen, Spesenexzessen, Mobbing und Sexismus war die Rede. Die Aufsichtsbehörde, die Verwaltungskommission des Bundesgerichts in Lausanne, leitete daraufhin eine Untersuchung ein und kam zum Schluss, dass die Vorwürfe weitestgehend unbegründet und gegenstandslos seien. Trotzdem kommt das Bundesstrafgericht nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. Jetzt wenden sich die Richterinnen und Richter mit einem Brief an ihre Aufsichtsbehörde.

Wie dem Schreiben vom Mittwoch zu entnehmen ist, wehren sich die 15 unterschreibenden Richterpersonen entschieden gegen die anhaltenden Mobbing- und Seximusvorwürfe. «Die weiterhin geäusserten Vorwürfe sind massiv – und sie verursachen einen erheblichen Reputationsschaden für die Richterinnen und Richter in Bellinzona sowie für die Institution des Bundesstrafgerichts insgesamt», heisst es weiter. Darunter leide inzwischen auch das Arbeitsklima. Die Richterinnen und Richter ersuchen die zuständigen Behörden deshalb um Unterstützung, die «unhaltbaren Angriffe auf das Bundesstrafgericht» zu beenden.

Im Schreiben betonen die Richter, dass die Empfehlungen der Aufsichtsbehörde als Resultat des aufsichtsrechtlichen Verfahrens schon weitgehend umgesetzt seien. Um die gemeinsame Basis der Zusammenarbeit wieder zu festigen und zu stärken, werden zudem zusätzliche Massnahmen eingeleitet. So sollen die Vorwürfe mithilfe von externen Fachpersonen analysiert und die gemeinsame Basis im Kreis der Richterinnen und Richter sowie dem weiteren Personal in Zusammenarbeit mit einer Mediationsperson wieder gestärkt werden.