Gute Nachrichten: Kranke Tiere erhalten immer weniger Antibiotika

Die Gesamtmenge vertriebener Antibiotika zur Behandlung von Tieren nahm in der Schweiz 2019 weiterhin ab. Resistenzen gegenüber Antibiotika bleiben jedoch weiterhin eine Herausforderung.

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Entwickeln Tiere Resistenzen gegen Antibiotika, kann das Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. (Symbolbild)

Entwickeln Tiere Resistenzen gegen Antibiotika, kann das Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Der Vertrieb von Antibiotika für Tiere ist 2019 um 7 Prozent weiter gesunken. Dies hält das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) im Jahresbericht über den Antibiotikavertrieb in der Veterinärmedizin vom Montag fest. Insgesamt sei der Vertrieb in den vergangenen zehn Jahren um 55 Prozent zurückgegangen. Einzig bei den Heimtieren sei er um 1,5 Prozent leicht gestiegen.

Dies sei vor allem auf einen vermehrten Vertrieb von Penicillinen – also nicht kritischen Antibiotika – zurückzuführen. Der Rückgang weist gemäss BLV auf eine hohe Sensibilisierung der Tierärzteschaft und der Tierhaltenden hin. Denn übermässiger und unsachgemässer Einsatz von Antibiotika könne zu Resistenzen führen, was negative Auswirkungen auf Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt haben könnte.

Wie das BLV schreibt, seien die Zahlen zu den Resistenzen erfreulich. So sei etwa die Resistenz gegenüber der kritischen Antibiotikaklasse Makroliden weiterhin tief. Allgemein würden die Daten von gesunden Schlachttieren keinen Anstieg von Resistenzen gegenüber den untersuchten Antibiotika zeigen. In den Fleischproben bleibe zudem das Vorkommen von resistenten Escherichia-coli-Bakterien auf einem sehr tiefen Niveau. Der Keim Staphylococcus aureus kann gemäss BLV gegenüber mehreren Antibiotika resistent sein. Bei Schweinen seien die Resistenzen dieses Keims weiterhin steigend, bei Mastkälbern sei der tiefste Wert seit 2013 gemessen worden.