Grünen-Präsidentin Regula Rytz: «Jetzt braucht es ein grünes Impulsprogramm»

Die Krise schärft das Bewusstsein für Nachhaltigkeit, findet Grünen-Präsidentin Regula Rytz. Jetzt brauche es einen grünen Umbau der Wirtschaft und eine Förderung von nachhaltigen Technologien.

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Die Grüne Parteipräsidentin und Nationalrätin Regula Rytz sieht jetzt den richtigen Zeitpunkt, um in eine grünere Wirtschaft zu investieren.

Die Grüne Parteipräsidentin und Nationalrätin Regula Rytz sieht jetzt den richtigen Zeitpunkt, um in eine grünere Wirtschaft zu investieren.

Keystone

(agl) «Wir prüfen eine Initiative für einen Green Deal, so wie ihn die EU plant», sagt Rytz im Interview mit der «Sonntagszeitung». Diese könne ein Konzept eines Zukunftsfonds enthalten, um beispielsweise die Warteliste bei den erneuerbaren Energien abzubauen sowie die Investitionen in die Gebäudesanierungen zu erhöhen. Ebenso brauche es Bildungsgutscheine für strukturschwache Branchen und mehr Innovationsförderung. «Investitionen in die Klima- und Energiewende schaffen Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Schweiz», so Rytz.

Die Grünen-Präsidentin macht gegenüber der «Sonntagszeitung» auch zwei Vorschläge, wie die Kosten der Coronakrise gestemmt werden könnten. Niemand sei finanziell besser auf eine solche Krise vorbereitet als die reiche Schweiz, so Rytz.

So wollen die Grünen einerseits einen Teil der Nationalbankreserven von 84 Milliarden Franken für einen Krisenfonds einsetzen, um Steuererhöhungen und Sparmassnahmen beim Service Public zu verhindern. Weiter sollen die Grossen Unternehmen, die in der Coronakrise noch Gewinn machen und Dividenden auszahlen, den Kleinen in Form einer «befristeten Solidaritätsabgabe» helfen.