Grossraubtiere
Gestützt auf neue Regelung: Wallis ordnet ersten Wolfsabschuss an

Einem Wolf im Kanton Wallis geht es an den Kragen. Nachdem er zehn Schafe gerissen hat, haben die Behörden seinen Abschuss angeordnet. Damit kommt erstmals die neue Regelung zum Zug.

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Wolf unter Druck: Das Parlament hat die Voraussetzungen gelockert, unter denen ein Wolf abgeschossen werden darf.

Wolf unter Druck: Das Parlament hat die Voraussetzungen gelockert, unter denen ein Wolf abgeschossen werden darf.

Keystone

Seit Donnerstag gelten für Wölfe in der Schweiz strengere Regeln. Die revidierte Jagdverordnung erlaubt den Kantonen, rascher in die Wolfsbestände einzugreifen. Neu ist ein Abschuss ab dem zehnten Riss eines Schafs oder einer Ziege zulässig. Davor waren 15 Risse notwendig. Anstoss für die Revision waren Motionen aus dem Parlament.

Keine fünf Tage später macht der Kanton Wallis erstmals Gebrauch von der neuen Regelung. Der zuständige Staatsrat Frédéric Favre hat den Abschuss eines Wolfes im Goms im Oberwallis angeordnet, wie die Walliser Behörden am Dienstag bekanntgaben. Das Grossraubtier habe mehr als zehn Schafe in einer geschützten Situation sowie auf einer Alp, auf der keine Schutzmassnahmen möglich seien, getötet. Damit seien die Voraussetzungen erfüllt, um den Wolf abzuschiessen, heisst es weiter.

Die Behörden gehen im Goms von vermutlich zwei Einzelwölfen aus. Es gebe keine Hinweise auf eine Rudelsituation. «Bei schadenstiftenden Einzelwölfen fällt die Erteilung eines Abschusses in die Kompetenz des Kantons», betonen die Behörden. Die Abschussverfügung wird am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht und ist 60 Tage gültig. (rwa)