FDP-Präsidium
Jacqueline de Quattro wird nicht Nachfolgerin von Petra Gössi

Die Waadtländer FDP-Nationalrätin Jacqueline de Quattro verzichtet auf eine Kandidatur für das FDP-Präsidium. In der Westschweiz werde eine Deutschschweizer Parteispitze erwartet, sagt sie.

Peter Walthard
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Jacqueline de Quattro (l.) will nicht Nachfolgerin von FDP-Präsidentin Petra Gössi werden. (Archivbild)

Jacqueline de Quattro (l.) will nicht Nachfolgerin von FDP-Präsidentin Petra Gössi werden. (Archivbild)

Die Entscheidung sei nach reiflicher Überlegung erfolgt, sagt de Quattro am Freitag in einem Interview mit Tamedia. Als Grund gibt sie an, dass in der Westschweiz erwartet werde, dass die neue Parteispitze aus der Deutschschweiz komme: «Weil die Partei dort einen schwächeren Formstand hat als bei uns», so de Quattro. Kritik aus der Romandie, die sich gegen ihre Person richtete, habe bei dem Entscheid aber keine Rolle gespielt.

De Quattro deutet im Interview an, dass sie in der Parteileitung «sicher einiges beitragen» könnte. So sei sie etwa an der Überarbeitung der umstrittenen Klimastrategie von Petra Gössi interessiert. Ein Co-Präsidium hält De Quattro aber für keine gute Lösung. Wenn die Partei um ihren zweiten Bundesratssitz kämpfen müsse, brauche es «Leadership». Da sei es besser, nur eine Person an der Spitze zu haben. Dies dürfe auch gerne wieder ein Mann sein, so de Quattro: «Marcel Dobler wäre ein toller Präsident.»

Dobler will Co-Präsidium

Der St. Galler Unternehmer ist bislang der einzige, der sich offiziell für eine Kandidatur interessiert. Die Findungskommission der Partei soll bis am 15. August eine Kandidatur präsentieren. Dobler, der sich zum rechtsbürgerlichen Flügel der Partei zählt, hat ein Einzelpräsidium aber ausgeschlossen. «Für mich kommt nur ein Co-Präsidium in Frage, auch weil ich weiterhin unternehmerisch tätig sein möchte», sagte er im Juli dieser Zeitung.

Petra Gössi hatte nach dem Nein zum CO2-Gesetz an der Urne im Juni ihren Rücktritt als Präsidentin der FDP angekündigt, die sie seit 2016 leitet. Sie sei innerhalb der Partei «für einige zur Hassfigur geworden», sagte sie. Die ursprünglich am rechten Rand der Partei politisierende Gössi hatte sich während ihrer Präsidentschaft für eine intern stark umstrittene Ökologisierung der Partei eingesetzt.

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