Fälle von häuslicher Gewalt nahmen 2019 leicht zu

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei knapp 20'000 Straftaten im Bereich der häuslichen Gewalt. 29 Menschen wurden Opfer eines Tötungsdelikts.

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72 Prozent der Opfer von häuslicher Gewalt sind Frauen.

72 Prozent der Opfer von häuslicher Gewalt sind Frauen.

Keystone

(agl) Insgesamt hat die Anzahl Straftaten im häuslichen Bereich 2019 leicht zugenommen, wie neue Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen. Die Polizei registrierte insgesamt 19'669 Fälle, das sind rund
6 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der geschädigten Personen ist mit rund 11'000 um 3,7 Prozent angestiegen. Der überwiegende Anteil der Betroffenen sind mit 72 Prozent Frauen. Dieser Wert hat sich in den letzten Jahren kaum verändert, wie das BFS schreibt. Die Hälfte der Straftaten ereigneten sich in einer bestehenden Partnerschaft, knapp 30 Prozent durch ehemalige Partner.

Bei den meisten Straftaten im häuslichen Bereich handelt es sich um Tätlichkeiten, Drohungen und Beschimpfungen, bei 10 Prozent um Körperverletzungen. 2019 gab es im häuslichen Bereich 29 Tötungsdelikte, das entspricht laut BFS knapp zwei Dritteln aller polizeilich registrierten vollendeten Tötungsdelikte in der Schweiz. 15 der 29 Tötungsdelikte ereigneten sich gemäss dem BFS in der Partnerschaft, 14 der Opfer waren Frauen.

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