Lukas Engelberger verteidigt den kantonalen Massnahmen-Flickenteppich

Es sei eine Schweizer Tradition, dass man auf die kantonalen Eigenheiten Rücksicht nehmen, sagt GDK-Präsident Lukas Engelberger. So schütze man auch die Glaubwürdigkeit der Coronamassnahmen.

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Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), an einer Medienkonferenz.

Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), an einer Medienkonferenz.

Keystone

(mg) Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), sagte mit Blick auf die aktuellen Coronaansteckungen in der «Samstagsrundschau», es sei eher ein «kleiner Berg» oder ein «Hügel», aber keine erneute Welle. Die Tendenz mache ihm aber schon Sorgen, so der Basler Regierungsrat. Jetzt gelte es die Situation zu beobachten - gerade weil in vielen Kantonen die Sommerferien zu Ende gehen.

Engelberger wehrte sich gegen den Vorwurf, dass die Kantone zu zögerlich agieren. Anders als bei der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr mache es bei vielen weiteren Massnahmen Sinn, wenn diese kantonal geregelt werden. Als Beispiel für kantonale Interventionen nannte Engelberger etwa Clubschliessungen in Genf oder Maskenpflicht in einigen Westschweizer Kantonen. «Wir haben auch nicht 26 verschiedene Konzepte, sondern handeln schon koordiniert», so Engelberger.

Es sei eine Schweizer Tradition, dass man auf kantonale Begebenheit Rücksicht nehme. «Die Leute verstehen nicht, wenn es in ihrem Kanton tagelang keine Neuansteckungen gibt und sie im Dorfladen trotzdem eine Maske tragen müssten», sagt Engelberger. Er verstehe die Kritik am Massnahmen-Flickenteppich durchaus, glaube aber, dass dies deutlich besser sei als «streng hierarchische und einheitliche Regeln» duchzusetzen. Sollte es zu einem weiteren Anstieg der Fälle kommen, werden einzelne Kantone sicherlich strengere Massnahmen ergreifen, ist sich Engelberger sicher.