Ein Viertel aller Berggänger ist zu wenig fit für die gewählte Wanderroute

Viele Wanderer überschätzen sich und wählen zu anspruchsvolle Routen. Das zeigt eine Umfrage der Beratungsstelle für Unfallverhütung. Sie bietet neu einen Selbsttest zur Einschätzung der eigenen Fitness an.

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Rot-weiss markierte Bergwanderwege sind nicht zu unterschätzen.

Rot-weiss markierte Bergwanderwege sind nicht zu unterschätzen.

Keystone

(gb.) Wandern wird immer beliebter. Vom Trend erfasst werden offenbar auch Personen, die wenig Erfahrung in den Bergen haben und nicht fit genug sind. In einer Umfrage der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) gaben 26 Prozent der Befragten an, nur mittelmässig oder überhaupt nicht fit zu sein. Befragt wurden 4200 Personen, die auf rot-weiss markierten Bergwanderwegen unterwegs waren.

Dass auf den rot-weissen Routen Stellen mit Absturzgefahr vorkommen können, war mehr als einem Drittel der Befragten nicht bewusst. Gleichzeitig gaben 18 Prozent an, nicht trittsicher zu sein. Auch bei der Planung der Route nehmen es nicht alle so genau. 61 Prozent befassten sich zuvor mit dem Schwierigkeitsgrad und nur die Hälfte kannte Ausweich- oder Umkehrmöglichkeiten.

Pro Jahr verunfallen 4000 Wanderer

Immerhin: 89 Prozent schauten sich zuvor den Wetterbericht an. Gemäss der Mitteilung des BFU planen die befragten Senioren sowie ungeübte Bergwanderinnen und Bergwanderer ihre Wanderungen weniger gründlich als routiniertere und jüngere Befragte.

Dabei ist Wandern nicht ungefährlich. Gemäss BFU verletzen sich pro Jahr 4000 Menschen beim Bergwandern, 40 sterben. Angesichts der Risiken hat das BFU eine Plakat-Kampagne lanciert und bietet neu einen Online-Selbsttest an, mit dem die eigene Fitness besser eingeschätzt werden kann. Denn trittsicher, schwindelfrei und fit zu sein, gehört laut BFU zu den Grundvoraussetzungen fürs Bergwandern.