Eierproduzenten befürworten Lösungen zum Ausstieg vom Kükentöten

Männliche Küken sind oft zum Tode verurteilt. Nun sprechen sich die Eierproduzenten für Lösungen aus, um aus dem Kükentöten auszusteigen. Der Verband setzt dabei auf die Geschlechtsbestimmung im Ei.

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Gallosuisse spricht sich für Lösungen aus, um vom Töten der männlichen Küken weg zu kommen. (Symbolbild)

Gallosuisse spricht sich für Lösungen aus, um vom Töten der männlichen Küken weg zu kommen. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Das Ziel von Gallosuisse sei eine Eierproduktion ohne Tötung von Küken. Der Verband der Eierproduzenten hat deshalb einstimmig einen Antrag gutgeheissen, der «Lösungen für einen Ausstieg aus dem Kükentöten» befürwortet, heisst es in einem Communiqué vom Donnerstag. In der heutigen Legehennenzucht hat man für die männlichen Küken keine Verwendung. Sie werden mit CO2-Gas vergiftet. Der Bundesrat beantragte kürzlich die Ablehnung einer Motion, welche die Tötung männlicher Küken in der Legehennenzucht unterbinden wollte.

Im Vordergrund stehe für den Verband Gallosuisse die Geschlechtsbestimmung im Ei. «Denn die Alternativen Bruderhahn-Mast und Zweinutzungshuhn sind ökologisch nachteilig», sagt Gallosuisse-Präsident Daniel Würgler in der Mitteilung. Zudem sei die Nachfrage nach Produkten dieser Alternativen marginal. Da zurzeit aber noch keine massentaugliche Technik für die Geschlechtsbestimmung im Ei verfügbar sei, könne kein Zeitplan für den Ausstieg festgelegt werden.

Migros testet im Herbst «Respeggt»-Eier

Allerdings werden in einzelnen Filialen der Migros ab kommenden Herbst Eier unter dem Label «Respeggt» erhältlich sein, wie «20 Minuten» zuvor berichtete. Beim sogenannten Seleggt-Verfahren wird dem Brutei ein kleiner Tropfen Flüssigkeit entzogen, um mittels Hormonbestimmung das Geschlecht zu bestimmen.

Ob dieses Verfahren überzeuge, werde der Test des Detailhändlers im Herbst zeigen, so der Verband Gallosuisse. Letztlich sei eine Eierproduktion ohne Kükentöten nur realisierbar, wenn Brütereien, Produzenten und Handel Hand in Hand arbeiten und die Konsumenten bereit seien, den Mehrpreis dieser Produktion zu bezahlen