«Ehe für alle»
EVP lehnt «Ehe für alle» ab und sagt Ja zur 99-Prozent-Initiative

An ihrer Delegiertenversammlung hat die EVP die Nein-Parole zur «Ehe für alle» und die Ja-Parole zur 99-Prozent-Initiative beschlossen. Neue Parteipräsidentin ist Nationalrätin Lilian Studer.

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Lilian Studer ist die neue Präsidentin der EVP Schweiz. In ihrer Rede betonte sie das Wertefundament der Partei.

Lilian Studer ist die neue Präsidentin der EVP Schweiz. In ihrer Rede betonte sie das Wertefundament der Partei.

Keystone

Die Evangelische Volkspartei (EVP) lehnt die «Ehe für alle» ab. Sie stört sich insbesondere an der Samenspende, die gemäss der Vorlage auch homosexuellen Paaren offenstünde. «Die Samen­spende für gleich­ge­schlecht­li­che Paare über­schrei­tet für die EVP die rote Linie», heisst es in einer Mitteilung der Partei vom Samstag. Die Verfassung kenne die Fortpflanzungsmedizin auch bei heterosexuellen Paaren nur als «ultima ratio».

Der Entscheid der Delegierten fiel mit 79 zu 19 Stimmen und 3 Enthaltungen relativ deutlich aus. Kindern solle nicht per Gesetz der Vater vorenthalten werden dürfen, kommentierte der Geschäftsführer der Berner Sektion der EVP, Ruedi Löffel, den Entscheid. Weiter beschlossen die Delegierten die Ja-Parole zur 99-Prozent-Initiative der Juso. Diese will Kapitaleinkommen stärker besteuern. Gemäss einer Mitteilung schaffe die Initiative mehr Gerechtigkeit, indem sie der grösser werdenden Ungleichheit im Land entgegenwirke.

An ihrer Versammlung wählten die Delegierten auch den Vorstand der EVP neu, inklusive Präsidium. Nationalrätin Marianne Streiff gab ihr Amt nach sieben Jahren ab. Als ihre Nachfolgerin gewählt wurde die Nationalrätin Lilian Studer. Die 46-jährige Aargauerin betonte in ihrer Rede vor den Delegierten die Werte der Partei. Diese seien Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Dieses Fundament sei unvergänglich, so Studer. Als wichtigsten Herausforderungen der Schweizer Politik nannte Studer die langfristigen Folgen der Pandemie, den Klimaschutz, den Dialog mit der EU und die Sanierung der Sozialwerke. (gb)