Digitalisierung
Doris Leuthard kritisiert Bund: «Defizite beim Bundesamt für Gesundheit haben mich nicht überrascht»

Die Schweiz könne es sich nicht leisten, bei der Digitalisierung so schlecht abzuschneiden, findet alt Bundesrätin Doris Leuthard. Bund und Kantone müssten sich ambitioniertere Ziele setzen.

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Ex-Bundesrätin Doris Leuthard.

Ex-Bundesrätin Doris Leuthard.

Britta Gut

(rwa) Der Befund von alt Bundesrätin Doris Leuthard zur Digitalisierung ist klar. «Die Schweiz kann es sich nicht leisten, in diesem Bereich so schlecht abzuschneiden», erklärte sie in einem am Montag erschienenen Interview mit der «NZZ». Die Defizite beim Bundesamt für Gesundheit hätten sie nicht überrascht. Die digitale Verwaltung sei nie richtig zum Fliegen gekommen.

Aus ihrer Sicht muss dieses Schiff nun auf Kurs gebracht werden. In der Pflicht sieht sie vor allem den Bundesrat. Bund und Kantone müssten sich ambitioniertere Ziele setzen. «Wir haben schon zu viel Zeit verloren.» Leuthard plädiert dafür, eine Expertengruppe aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik einzusetzen. Dieses solle die Prioritäten und ein Budget für die nächsten Jahre festlegen. Die Schweiz macht nach Ansicht der alt Bundesrätin zwar schon vieles, aber es gebe zu wenig Koordination.

Sportlich nimmt Leuthard das Nein der Stimmbevölkerung zur E-ID, für die sie stets geweibelt hatte. Sie hoffe, dass nun rasch ein neues Gesetz vorliege. Dass nicht a priori Vertrauen bestehe, sei normal, so Leuthard. «Skepsis ist sogar ein guter Einstieg: Wir können Ansprüche stellen an die Anbieter von Software und Online-Plattformen.»

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