«Die Schweiz kann und muss mehr tun»: Reformierte fordern Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria

Die Schweiz soll nach den Bränden im Flüchtlingslager Moria so schnell wie möglich ein Kontingent von Flüchtlingen von den griechischen Inseln aufnehmen, fordert die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) in einer Resolution.

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Grosse Teile des Flüchtlingslagers Moria wurden durch die Brände zerstört, rund 12'000 Menschen wurden obdachlos.

Grosse Teile des Flüchtlingslagers Moria wurden durch die Brände zerstört, rund 12'000 Menschen wurden obdachlos.

Dimitris Tosidis / EPA

(agl) Vertreter der EKS haben die Resolution an die Schweizer Politik am Montag im Rahmen ihrer Synode beschlossen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Die Aufforderung an den Bund sei «mit grosser Mehrheit der Stimmen» angenommen worden. Konkret fordert das Kirchenparlament die Politik auf, die auf den Inseln festsitzenden Menschen so schnell wie möglich zu evakuieren und auch selbst ein Kontingent aufzunehmen.

«Die Schweiz kann und muss mehr tun», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Kirchenvertreter sähen die Schweiz als Teil von Europa und Unterzeichnerin der Schengen-Dublin-Abkommen stärker in der Verantwortung. Der Bundesrat soll alles in seiner Macht stehende tun, um möglichst viele Menschen aufzunehmen. Die Kirchen der EKS würden wiederum ihre «christliche Verantwortung» wahrnehmen und «den Aufgenommenen bei der Integration helfen».

Auch die katholische Kirche des Kanton Zürich wandte sich bereits mit einem entsprechenden Appell an die kantonalen und eidgenössischen Behörden, umgehend Flüchtlinge aufzunehmen. Ebenso verpflichtete sie sich, Unterbringungsmöglichkeiten zu finden sowie die Behörden bei der Versorgung und Begleitung der Flüchtlinge zu unterstützen, wie sie Ende letzter Woche mitteilte.