Justiz

Der durchschnittliche Aufenthalt im Gefängnis verlängert sich

Über 50 Tage mehr als noch vor zehn Jahren: Gefangene bleiben durchschnittlich länger im Gefängnis. Und die Straffälligen sind in überwiegender Mehrheit Männer.

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Wer 2019 aus dem Gefängnis entlassen wurde, der war im Durchschnitt 191 hinter schwedischen Gardinen.

Wer 2019 aus dem Gefängnis entlassen wurde, der war im Durchschnitt 191 hinter schwedischen Gardinen.

Keystone

(mg) Wer ins Gefängnis muss, der bleibt im Durchschnitt 191 Tage da. Das geht aus der Statistik des Vollzugs von Sanktionen 2019 vom Bundesamt für Statistik (BFS) vom Dienstag hervor. 2009 war der durchschnittliche Aufenthalt noch 52 Tage kürzer, damals dauerte eine Gefängnisstrafe im Schnitt 139 Tage.

Insgesamt wurden 2019 in der Schweiz an 13'252 Personen Strafen und Massnahmen vollzogen. «Davon wurden mehr als zwei Drittel (68 Prozent) in eine Straf- oder Massnahmenanstalt eingewiesen und knapp ein Drittel (32 Prozent) verrichtete eine gemeinnützige Arbeit oder verbüsste die Strafe mit einer elektronischen Fussfessel», heisst es in der Mitteilung. Auch bezüglich Geschlechter gibt es eine klare Aufteilung: Von zehn Personen, an denen Massnahmen oder Strafen vollzogen wurden, sind neun Männer.

Rund zwei Drittel aller Betroffenen waren Ausländer. Der Anteil an straffälligen Schweizern sei gegenüber dem Vorjahr aber angestiegen, wie das BFS schreibt. 2019 waren es 36 Prozent, das entspricht einer Zunahme von 4,7 Prozent.